"Freibrief für den Staat"

Zeitweises Verbot der Gasverstromung? Die Folgen des neuen Habeck-Gesetzes

29.05.2022
Lesedauer: < 1 Minute
Mit der verstärkten Nutzung stark klimaschädlicher Brennstoffe wie Kohle oder Öl will Habeck Deutschlands Gasreserven für den Notfall schonen Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka

Das Wirtschaftsministerium schießt beim geplanten Verbot der Gasverstromung über das Ziel hinaus. Robert Habeck kann bald jederzeit einen faktischen Stopp für einen Zeitraum von sechs Monaten ausrufen. In Teilen der Energiebranche keimt ein böser Verdacht.

Am Dienstag vergangener Woche hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck seiner Partei wieder besonders viel zugemutet. In einem Gesetzentwurf leitete der Grünen-Politiker den temporären Weiterbetrieb besonders schmutziger Kraftwerke ein.

Der Kohleausstieg, größter Erfolg grüner Energiepolitik seit Jahren, müsse zeitweise suspendiert werden, heißt es sinngemäß in der Begründung des Regelwerks mit dem sperrigen Namen „Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz“. Der Zweck heiligt die Mittel: Mit der verstärkten Nutzung stark klimaschädlicher Brennstoffe wie Kohle oder Öl will Habeck Deutschlands Gasreserven für den Notfall schonen.

Der Plan, Kohle- und Ölkraftwerke zeitweise aus der Reserve zu holen, stößt in der Energiewirtschaft zwar auf Zustimmung. Dennoch formiert sich unter den Versorgungsbetrieben massiver Widerstand gegen Habecks Gesetzentwurf – vor allem gegen einen speziellen Paragrafen. Darin ist ein mögliches Verbot der Gasverstromung enthalten. Es kann vom Bundeswirtschaftsministerium nach eigenem Gutdünken jederzeit für einen Zeitraum von sechs Monaten ausgerufen werden – und ist nicht auf die Bekämpfung einer akut drohenden Gasmangellage beschränkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

drei × 3 =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Nach Berichten über Menschenrechtsverletzungen in Uiguren-Region
27.11.2024
Thyssenkrupp-Krise
26.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien