Auch Audi und Porsche betroffen ++ „Das gesamte Netz zum Handel ist stillgelegt“
Eine Netzwerkstörung hat Deutschlands größten Automobilhersteller Volkswagen lahmgelegt. In mindestens vier Werken steht die Produktion aktuell still. Auch Audi und Porsche sind nach BILD-Informationen betroffen.
Wie ein VW-Sprecher auf BILD-Anfrage bestätigte, traten die ersten technischen Probleme am Mittwoch gegen 12.30 Uhr auf. Im Stammwerk in Wolfsburg muss die Fahrzeug-Produktion komplett ruhen. Auch in den Büros in der Konzern-Zentrale gibt es IT-Störungen.
▶︎ Außerdem wurden die Bänder in Osnabrück, Emden und Zwickau angehalten.
Offenbar fielen die Systeme in den Werken nach und nach aus. Weshalb es zu der IT-Störung kam, ist bislang unklar und wird momentan untersucht. Nur so viel steht bislang fest: „Es gibt Implikationen auf fahrzeugproduzierende Werke“, erklärt der VW-Sprecher. „An der Behebung der Störung wird mit Hochdruck gearbeitet.“
Betroffen von der IT-Störung sind auch die VW-Komponentenwerke Chemnitz, Kassel, Braunschweig und Salzgitter sowie die Produktion im Stammwerk von VW Nutzfahrzeuge in Hannover.
„Das gesamte Netz zum Handel ist stillgelegt“
Nach BILD-Informationen führt die IT-Störung darüber hinaus bei den Vertragswerkstätten und Händlern von VW zu Beeinträchtigungen, weil zwei wichtige EDV-Systeme nicht reibungslos arbeiten sollen. Das „Handelsblatt“, das zuerst über die Netzwerkprobleme bei VW berichtet hatte, zitierte in der Nacht zum Donnerstag einen Insider aus Händlerkreisen: „Das gesamte Netz zum Handel ist stillgelegt.“ An manchen Standorten sei der Notruf ausgefallen.
Betroffen sei zudem das US-Stammwerk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee. „Die Produktion bei Volkswagen in Chattanooga ist aufgrund einer weltweiten IT-Störung beeinträchtigt.
Auch Audi und Porsche betroffen
▶︎ BILD erfuhr: Nicht nur Werke der Marke Volkswagen sind von der IT-Störung betroffen! Auch an Standorten anderer Konzernmarken steht die Produktion still. Derzeit werde analysiert, um welche Werke es sich handelt, erklärte ein Konzernsprecher. Nach BILD-Informationen musste Audi die Produktion unterbrechen. In welchem Umfang das der Fall sei, werde noch untersucht, erklärte eine Audi-Sprecherin.
Auch Porsche in Stuttgart ist nach BILD-Informationen von der IT-Störung betroffen, die Bänder stehen ganz oder teilweise still. Eine offizielle Bestätigung liegt allerdings noch nicht vor.
Ob sich die Störung nur auf Produktionsstätten in Deutschland beschränkt, oder ob europaweit Störungen auftreten, konnte der Sprecher bisher nicht beantworten.
ABER: Nach Angaben einer IT-Dienstleisterin, die für die Netzwerke der Unternehmen zuständig ist, handelt es sich um eine weltweite Störung. „Überall stehen die Bänder still seit heute Nachmittag – auf der ganzen Welt. Audi und VW sind betroffen“, erklärte sie am Mittwochabend.
► Die Sprecherin sagte deutlich: „Wir haben ein Riesenproblem.“
„Angriff von außen nach aktuellem Stand unwahrscheinlich“
Die Ursache für die Störung ist im Moment noch unklar. Laut der IT-Spezialistin des externen Netzwerkdienstleisters von VW und Audi sei von einer Panne bis zu einem Hackerangriff alles möglich. VW selbst ging am Mittwochabend nicht davon aus, Ziel einer Hacker-Attacke geworden zu sein. „Nach aktuellem Stand ist ein Angriff von außen als Grund der Systemstörung unwahrscheinlich“, betonte der Sprecher.
Wie lange es dauert, die Ursache der Störung zu ermitteln und den Schaden zu beheben, ist derzeit noch offen. Die IT-Dienstleisterin geht allerdings davon aus, dass die Störung die IT mindestens bis Donnerstag beschäftigen werde.
Foto: Jan Woitas/dpa
Durchsuchung wegen des Vorwurfs zu hoher Betriebsratsgehälter
Schon am Dienstag gab es Aufregung bei dem Wolfsburger Automobilhersteller: Wegen des Vorwurfs überhöhter Betriebsratsgehälter hatte es mehrere Durchsuchungen gegeben.
Nach Angaben aus Konzernkreisen wurden bei VW mehrere Büros durchsucht und dabei Unterlagen und Daten sichergestellt. Daneben wurden laut der Staatsanwaltschaft Braunschweig vier Privatwohnungen durchsucht, „die nichts mit VW zu tun haben“. Dabei habe es sich „teilweise auch um Durchsuchungen bei Unverdächtigen gehandelt“.
Das Verfahren wegen des Verdachts überhöhter Betriebsratsgehälter bei Volkswagen läuft bereits seit Jahren.


