„Waghalsige Energiepolitik“

Top-Manager kritisiert Ampel: „Glaubt, alle anderen fahren in die falsche Richtung“

28.07.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Eckhard Cordes Foto: imago images/STAR-MEDIA

Bilfingers Aufsichtsratschef Eckhard Cordes geht die Ampel-Regierung in einem Interview scharf an. Viele deutsche Unternehmer würden angesichts des aktuellen Kurses sorgenvoll in die Zukunft blicken. Laut Cordes lenkt die Ampel Deutschland „wie ein Falschfahrer“.

Top-Manager Eckhard Cordes übt in einem „Bild“-Interview scharfe Kritik an der Ampel-Regierung. Der 72-Jährige meint, die Regierung agiere „wie ein Falschfahrer“ und würde bei vielen Bürgern und Unternehmen „Zweifel statt Vertrauen schaffen“. Viele Unternehmen aus Deutschland seien unzufrieden und „die Stimmung in der Wirtschaft ist von großer Sorge erfüllt“, schildert Cordes.

„Wenn die Politik nicht massiv gegensteuert, gerät unsere gesamte Wirtschaft ins Rutschen“

Der Aufsichtsratschef des Baukonzerns Bilfingers meint weiter: Im Moment sei „die Lage besser als die Stimmung. Aber die Stimmunglage verschlechtert sich rasant – und droht auch die Konjunktur zu kippen.“ Cordes fordert von der Ampel ein radikales Umdenken: „Wenn die Politik nicht massiv gegensteuert, gerät unsere gesamte Wirtschaft ins Rutschen. Wenn das geschieht, ist ein Niedergang nur schwer aufzuhalten.“

Besonders die „waghalsige Energiepolitik“ bereite den Unternehmen große Sorgen. „Heizgesetze, Wärmepumpen, der Netz-Ausbau für 15 Millionen E-Autos binnen weniger Jahre – das verunsichert Bürger wie Unternehmer. Deutschland verhält sich hier wie ein Falschfahrer, der glaubt, alle anderen fahren in die falsche Richtung“, so Cordes in der „Bild“.

Im Anschluss zählt der 72-Jährige schonungslos die vermeintlichen Fehler der Ampel auf: „Wir schalten die Atomkraftwerke ab, während der Rest der Welt weiter darauf setzt und selbst Japan die Kraftwerke wieder anwirft. Wir tabuisieren die Abscheidung und Lagerung des schädlichen CO2, während halb Europa in diese CCS-Technologie investiert und auch in Deutschland Lagerstätten für CO2 errichtet werden könnten. Deutschland verzichtet auf Fracking-Gas-Vorkommen, die uns 20 Jahre sicher versorgen könnten.“

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