Werksbesuch von Elon Musk

Tesla-Fabrik steht nach Brandanschlag weiter still

12.03.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Im Grünheider Tesla-Werk steht die Autoproduktion auch am Dienstag still – obwohl der Strom wieder fließt. Foto: picture alliance / Jochen Eckel

Eine Woche nach dem Anschlag auf Teslas Stromversorgung steht die Autofabrik weiter still. Nur langsam können die Anlagen wieder hochgefahren werden. Tesla-Boss Elon Musk will das Werk am Mittwoch besuchen. Im nahen Wald bereiten sich die Baumbesetzer auf ihre Räumung vor.

Seit Montagabend hat die Gigafactory in Grünheide wieder Strom. Doch die meisten der 12.500 Mitarbeiter müssen weiter zu Hause bleiben. „Wir haben derzeit noch ein reduziertes Team vor Ort zum Wiedereinschalten und Hochfahren“, teilte ein Tesla-Sprecher auf B.Z.-Nachfrage mit.

Durch die Notabschaltung nach dem Anschlag haben einige Anlagen Schaden genommen. Schmelzöfen mussten abgelassen werden, Hunderte Roboter standen plötzlich still im Dunkeln. „Wir können derzeit noch nicht genau sagen, wann die Fertigung wieder vollumfänglich aufgenommen werden kann“, hieß es in einem Tesla-Statement am Dienstag.

Jeder Tag ohne Produktion kostet das Unternehmen 50-60 Mio. Euro. Werksleiter André Thierig (43) sprach von einem Schaden „im hohen neunstelligen Bereich“. Bei „höherer Gewalt“ wie einem Terroranschlag kommt keine Versicherung für den Ausfall auf. „Zur Schadenshöhe können wir noch keine Aussage treffen“, erklärte Tesla jetzt.

Tesla-Boss Elon Musk besucht nach dem Anschlag auf die Stromversorgung der Autofabrik am Mittwoch das Werk in Grünheide. Dort will nach B.Z.-Informationen auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (62, SPD) und Berlins Bürgermeister Kai Wegner (53, CDU) treffen.

Unterdessen bereiten sich die Baumbesetzer im Wald neben dem Werk auf ihre Räumung vor. In Workshops trainieren sie Dienstag und Mittwoch den Widerstand gegen die Polizei. Der Grund: Nur bis Freitagnacht hat die Forst- und Versammlungsbehörde das Waldcamp genehmigt.

Nach dem Brandanschlag, der neben Tesla auch das Edeka-Zentrallager, Tausende Anwohner und die Median-Klinik Grünheide mit 21 Intensivbetten traf, will Brandenburgs Regierung die mögliche Verlängerung der Duldung überdenken. SPD-Fraktionschef Daniel Keller forderte am Dienstag die Räumung des Camps, nur die Grünen eierten herum.

Die linksradikalen Waldbesetzer wollen mit dem Strommastbrand zwar nichts zu tun haben. Aber sie distanzierten auch nicht von dem Terroranschlag der „Vulkangruppe Tesla stoppen“. „Unsere Form des Protests ist eine Wasserbesetzung“, erklärten sie, „andere Gruppen leisten auf ihre Weise Widerstand gegen Tesla.“

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