Staat schröpft Bürger

Steuer- und Abgabenlast hoch wie nie

14.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Seit Jahren wurde den Bürgern nicht mehr so viel Geld abgenommen wie aktuell Foto: picture alliance / imageBROKER

Der Staat schröpft die Bürger ungenierter denn je!

Vorläufige Zahlen aus dem Finanzministerium zeigen: 2021, also noch unter GroKo-Verantwortung, lag die Steuer- und Abgabenlast bei 42,2 % – so hoch wie nie seit der Wiedervereinigung.

Zum Vergleich: 1990 lag die Quote (Steuern plus Sozialabgaben) bei 37,3 %. Die Steuerquote allein stieg seitdem von 21,6 auf 24,4 %.

Zuletzt annähernd so hoch war die Steuer- und Abgabenlast der Bürger 1999 (42 %). Damals galt Deutschland als „kranker Mann“ Europas („Economist“). Pessimisten fürchten: Deutschland ist auf dem Weg dorthin zurück.

Dabei erwartet die Bürger die richtig schmerzhafte Beitragsbombe erst noch! Denn 2023 steigen die Abgaben für die Sozialversicherungen (Arbeitslosen-, Krankenversicherung). Die Arbeitslosenversicherung kostet ab Januar 2023 z.B. 0,2%-Punkte mehr (dann 2,6 %).

SPD und Wirtschaftsweise wollen Steuern erhöhen

Erstmals seit elf Jahren steigen die Sozialabgaben, die Beschäftigte und Betriebe zahlen müssen, dann wieder über die Quote von 40 Prozent. Die Beiträge zur Rentenversicherung dürften Experten zufolge aufgrund der demografischen Herausforderungen in den nächsten Jahren auch angehoben werden.

Trotz der Rekord-Belastung der Bürger inmitten der Energie- und Teuerkrise forderten zuletzt SPD und sogar die Wirtschaftsweisen einen höheren Spitzensteuersatz oder einen Energie-Soli.

Clemens Fuest, Chef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (Uni München) warnt davor, sagt zu BILD: „Bevor man die Steuern weiter erhöht, sollte man die Staatsausgaben auf den Prüfstand stellen.“

„In Deutschland ist Arbeit immer weniger wert“

Auch CDU-Wirtschaftsexperte Carsten Linnemann (45) hält dagegen, sagt zu BILD: „In Deutschland ist Arbeit immer weniger wert. Wir müssen über Entlastungen sprechen, anstatt über weitere Belastungen.“

Die Abgabenlast ist eine Gefährdung für Deutschland als Standort. „Wir müssen in der aktuellen Standortdebatte nicht nur über die Energiepreise reden, sondern auch wieder verstärkt die Arbeitskosten in den Blick nehmen“, mahnt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, in der Wirtschaftswoche.

Die steigenden Sozialabgaben seien „für die deutsche Wirtschaft der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt – und ein negatives Signal für ausländische Investoren“.

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