… und jetzt drohen auch noch Hamburgs 5000 Hafenarbeiter mit Streik!
Hamburg – Der Hafen steht still, wenn Verdi es will!
Als wenn Lockdown-Schiffsverspätungen, Bahn-Transportprobleme und knallvolle Containerlager nicht schon schlimm genug wären, legt die Gewerkschaft zur Durchsetzung ihrer Tarifforderungen für 12 000 Seehäfen-Mitarbeiter noch einen drauf.
Auf den Hamburger Terminals warten 5000 Beschäftigte aufs „Go“ von Verdi – das kann von „Gesundheitstag“ über Warnstreik bis zum Streik nach der Urabstimmung reichen.
Ein HHLA-Sprecher nennt einen möglichen Streik mitten in der größten Logistik-Krise „verantwortungslos“.
Verdi kontert u. a. mit Zehntausenden Überstunden der Hafenarbeiter, auch verursacht durch die weltweit völlig aus dem Lot geratenen Schiffs-Fahrpläne. Die führen zu großen Staus in der Deutschen Bucht.
Die „Al Murayykh“ aus der Hapag-Lloyd-Flotte – auch sie muss noch aufs Ent- und Beladen in Hamburg warten Foto: Dietmar Hasenpusch
Südwestlich von Helgoland dümpeln fast 40 Schiffe in Warteposition, davon wollen allein zehn zu den drei Hamburger Terminals von HHLA-Chefin Angela Titzrath (56).


Laut Kieler „Institut für Weltwirtschaft“ warten auch ohne Streik schon 150 000 Container aufs Verladen in die deutschen Häfen.
Was fordert Verdi vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) für 58 Tarif-Betriebe?
1,20 Euro mehr pro Stunde plus Inflationsausgleich (fast 8 %). Pauschal-Zuschlag für Container-Beschäftigte von 3338 rauf auf 4538 Euro.
Der ZDS nennt sein Angebot „fair“, bietet bis zu 7 % mehr Lohn in zwei Schritten (bis 2023), einmal 600 und 200 Euro mehr Zulage.
Am Mittwoch will Verdi einen Hafenstreik-Fahrplan auf den Tisch legen – Freitag wird weiter verhandelt.
Foto: Dietmar Hasenpusch


