"Da kann einem Angst und Bange werden"

Mittelstand ohne Strom: Stadtwerke kündigen über 1000 Kunden

16.09.2022
Lesedauer: < 1 Minute
Folge der Strompreisexplosion: Allein die Stadtwerke Osnabrück kündigen 1000 Unternehmen. Darunter sind auch die Edeka-Filialen von Mechthild Möllenkamp. Bild: imago images, Collage: WirtschaftsWoche

Strom wird nicht nur teurer – sondern ist auch immer schwerer zu bekommen. In Osnabrück kündigen die Stadtwerke über 1000 Unternehmenskunden. Anschlussverträge? Fehlanzeige. Ähnlich geht es Mittelständlern im ganzen Land. Betroffene berichten.

Eigentlich will Mechthild Möllenkamp nichts anderes tun, als ihren Kunden „leckere und schöne“ Sachen verkaufen. „Aber jetzt beschäftige ich mich nur noch mit Energiepreisen“, sagt sie. Möllenkamp betreibt in Osnabrück fünf Edeka-Filialen. Und steht – Stand jetzt – Ende des Jahres ohne Stromvertrag da.

Ihr Versorger, die Stadtwerke Osnabrück, haben ihren auslaufenden Vertrag zum 31.12. gekündigt. Ein normaler Vorgang zum Laufzeitende – eigentlich. Aber diesmal gab es im Gegensatz zu den anderen 24 Jahren, die Möllenkamp schon Stadtwerke-Kundin ist, kein Angebot für einen Anschlussvertrag. „Die Stadtwerke haben gar nichts angeboten, das ist die große Enttäuschung für mich“, sagt Möllenkamp am Telefon.

So wie Möllenkamp geht es vielen Unternehmern und Einzelhändlern. Allein in Osnabrück sind über 1000 Geschäftskunden betroffen, deren Verträge zum Jahresende auslaufen und die aktuell keine neuen Angebote vom Grundversorger bekommen. Nicht nur Stadtwerke oder kleinere Versorger beenden die Verträge, selbst E.On kündigt Stromkunden.

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