Ein britisch-polnisches Team hat eine bisher weltweit geltende Grenze in der Forschung überschritten: Wissenschaftler um die Entwicklungsbiologin Magdalena Zernicka-Goetz hat erstmals mithilfe von Stammzellen synthetische menschliche Embryonen geschaffen. Das berichtet der britische „Guardian“. BILD erklärt, was passiert ist.
Diese ersten synthetischen Embryonen sollen echten Embryonen in den frühesten Stadien der menschlichen Entwicklung bis zum 14. Tag ähneln. Sie könnten nach Ansicht der Forschenden einen entscheidenden Einblick in die Auswirkungen genetischer Störungen und die biologischen Ursachen wiederholter Fehlgeburten geben, heißt es.
Zernicka-Goetz sagte: „Es ist wunderschön und vollständig aus embryonalen Stammzellen hergestellt worden.“
Die Schaffung künstlichen menschlichen Lebens ist äußerst umstritten und galt bisher als großes Tabu. Tatsächlich sind die erzeugten Embryonen nicht aus der Fusion einer natürlichen Eizelle mit einem natürlichen Spermium entstanden, sondern bestehen nur aus embryonalen Stammzellen. Das gab es bisher noch nie. In den vergangenen Jahren war es Wissenschaftlern nur gelungen, synthetische Mausembryonen zu produzieren.
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In vielen Ländern, auch in Deutschland, ist es verboten, menschlichen Embryos über 14 Tage hinaus im Labor zu kultivieren.
Die Arbeit wurde in einem Vortrag am Mittwoch auf der Jahrestagung der International Society for Stem Cell Research in Boston erstmals erwähnt.
Prof. Alfonso Martinez Arias von der spanischen Universität Pompeu Fabra (Barcelona) sagte: „Dies mag ein wichtiger wissenschaftlicher Schritt sein, aber auch hier müssen wir den vollständigen Bericht und die Daten sehen.“


