„Religiöser Eifer“ verhindere Forschung

Experte: Windräder verursachen Dürre – aber keiner will es hören

30.05.2023
Lesedauer: 2 Minuten
Windparks verhindern die Verdunstung und sorgen somit für weniger Niederschlag. Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert

Windparks bremsen die Verdunstung und damit die Niederschlagsmenge, sagt der Experimental-Physiker Ganteför. Er beklagt „Scheuklappen“ und Diffamierungen, wenn man kritische Fragen stelle.

NEUBRANDENBURG. Der Experimentalphysiker Gerd Ganteför hat vor Trockenheit im Zusammenhang mit dem weiteren Ausbau der Windenergie gewarnt. Der 67jährige, der als Professor in Konstanz und an der Johns Hopkins University in Baltimore (JHU) wirkte, bezieht sich auf wenige Studien, denen zufolge es „im Bereich der Windräder möglicherweise weniger Niederschlag gibt“.

Der mecklenburg-vorpommerschen Tageszeitung Nordkurier sagte Ganteför: „Große Windräder bremsen den Wind logischerweise ab.“ Weniger Wind bedeute weniger Verdunstung und damit weniger Niederschlag: „Und wenn es trockener wird, könnte es eben auch passieren, dass es wärmer wird.“

Windräder bremsen Nordatlantik-Regen

Große Windparks „bremsen eine relativ wichtige, feuchte Luftströmung, die aus dem Nordatlantik über das Meer nach Deutschland kommt, natürlich ab“, erklärte der Wissenschaftler. Und wenn man es übertreibe „mit zu vielen Windrädern“, könnte es zu Trockenheit kommen.

Er „würde erwarten, daß dieses mögliche Szenario von Klimatologen akribisch durchgespielt und untersucht wird“. Denn das große Problem sei, daß wir derzeit nicht wissen, „was alles passieren kann, wenn wir weiterhin unzählige Windräder aufstellen“.

Keine Forschung zu Folgen der Windkraft

Man bräuchte „Klimamodellrechnungen für das lokale Umfeld, also für Norddeutschland zum Beispiel, die eingebettet werden in die großen Klimamodelle“. Ganteför kritisierte, es gebe zwar „riesige Klimamodell–Rechnungen für den ganzen Planeten“. Dafür werden „gigantische Geldsummen und riesige Manpower“ ausgegeben. Aber wenn man nach Modellrechnungen zur Auswirkung des Ausbaus von Windkraft in Norddeutschland suche, „dann findet man nur sehr, sehr wenig“.

Es gebe keine auch nur annähernd vergleichbaren Modellrechnungen in Relation „zu dem Riesenaufwand, der für die Klimaerwärmung insgesamt getrieben wird“. Dieses „gravierende Problem“ werde nicht angegangen, „weil viele Menschen Scheuklappen haben, vor allen Dingen in Deutschland“. Er würde sich wünschen, „daß man nicht gleich in riesige Aufregung gerät, wenn man eine einfache Frage stellt, etwa zur Windkraft“.

„Man ist nicht automatisch AfD-Anhänger…“

Dann wurde Ganteför noch deutlicher: „Um es mal so auszudrücken: Man ist nicht automatisch AfD–Anhänger, nur weil man kritische Fragen stellt. Teilweise habe ich das Gefühl, das ist so ein religiöser Eifer, der mit dem ich es zu tun habe. Und das hat dann nichts mehr mit Wissenschaft zu tun.“ (fh)

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