Die Kommission lockert die Vorschriften bei der Genmanipulation von Pflanzen. Wissenschaftler und Hersteller wie Bayer halten dies für überfällig. Doch Streit ist programmiert.
Brüssel, Düsseldorf Die EU steht vor einem Tabubruch. Die Brüsseler Kommission will den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft deutlich erleichtern. Der entsprechende Gesetzesentwurf liegt dem Handelsblatt vor und soll am Mittwoch veröffentlicht werden. Lebensmittel auf Basis gentechnisch bearbeiteter Pflanzen könnten in der EU damit künftig einfacher und ohne Kennzeichnung verkauft werden.
Jahrzehntelang waren die europäischen Länder, darunter Deutschland, sehr darauf bedacht, gentechnisch veränderte Pflanzen von ihren Feldern fernzuhalten. Nun sollen Forscher, Bauern und Agrarunternehmen wie Bayer auch in Europa groß in das Biotech-Geschäft einsteigen können, das in den USA und Japan bereits etabliert ist und in China weitgehend freigegeben werden soll.
Konkret geht es darum, die Vorschriften für sogenannte geneditierte Pflanzen zu lockern. Dabei werden präzise Eingriffe an der DNA der Pflanze vorgenommen, wie sie auch bei natürlicher Züchtung entstehen können.



