Brandenburg geht das Wasser aus. Die ersehnte Ansiedlung von Tesla könnte das Problem verschärfen – und zum Standortnachteil für die ganze Region werden.
Elon Musk muss die Seen bei Grünheide vor Augen gehabt haben, die Flüsse und die grünen Wälder, als er sich zu dieser unbedachten Äußerung hinreißen ließ. Bei so viel Natur, sagte der Gründer des Elektroautobauers Tesla, gebe es ganz bestimmt kein Problem mit dem Wasser in Ostbrandenburg, also in eben jener Region, in die er seine erste europäische Autofabrik setzen wollte. Nun, da die Fabrik läuft, erscheint Musks Aussage in einem anderen Licht.
Vor Baubeginn wurde kaum ein Thema so hitzig debattiert, wie der Einfluss der Großfabrik auf die örtliche Wasserversorgung. Ein drastischer Schritt des lokalen Wasserversorgers läutet nun die nächste Runde ein: Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) will künftig den Wasserverbrauch von Privathaushalten auf etwa 37 Kubikmeter pro Person im Jahr einschränken. Das sind knapp mehr als 100 Liter am Tag, die Menge an Wasser, die in knapp zehn Minuten aus einem normalen Duschkopf fließt – und liegt damit deutlich unter dem durchschnittlichen Verbrauch von 175 Litern in der Region und selbst unter dem Bundesdurchschnitt von 126 Litern pro Tag. Auch Industrie- und Gewerbekunden werden limitiert.



