Brisantes Lindner-Papier

Deutschland droht riesiges Schulden-Drama!

20.03.2024
Lesedauer: 3 Minuten
Lindners Bundesfinanzministerium warnt mit krassen Zahlen vor einer explodierenden Staatsverschuldung / Foto: Kay Nietfeld/dpa

Schockierende Szenarien!

Das Ministerium von Finanzminister Christian Lindner (45, FDP) warnt vor einem langfristig drastischen Anstieg der Staatsverschuldung.

Brisant: Durch ein Zusammenwirken von konjunktureller Schwäche und der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung könne sich die gesamtstaatliche Verschuldung bis 2070 auf 345 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vervielfachen, heißt es in dem aktuellen Tragfähigkeitsbericht, den das Lindner-Ministerium am Mittwoch vorstellte.

► Ein derartiger Anstieg sei „in einem ungünstigen Szenario“ zu erwarten, heißt es in dem Papier des FDP-geführten Ministeriums.

► In einem „günstigen Szenario“ könnte die Staatsverschuldung von aktuell 64 Prozent auf 140 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anwachsen.

► Bedeutet: Das Haushaltsdefizit könnte bis 2070 unter günstigen Bedingungen auf 2,67 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, unter ungünstigen Bedingungen auf 6,93 Prozent.

„Langfristig nicht finanzierbar“

Lindner wertete das Papier als „Appell an die Politik, Strukturreformen in allen relevanten Politikbereichen anzustoßen“. Die aktuelle Ausgestaltung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sei „in ihrer jetzigen Form langfristig nicht finanzierbar“. RUMMS!

Der FDP-Haushaltsexperte Christoph Meyer (48) rief die Ampel-Koalitionspartner zu Reformbereitschaft auf. Klartext: „Der Tragfähigkeitsbericht zeigt, ohne starkes Wirtschaftswachstum ist der üppige Sozialstaat zukünftig nicht mehr finanzierbar“, so Meyer.

Können wir uns die Ampel nicht mehr leisten? „Ohne starkes Wirtschaftswachstum ist der üppige Sozialstaat zukünftig nicht mehr finanzierbar“, heißt es aus der FDP; Foto: Kay Nietfeld/dpa

Überalterung riesige Herausforderung

Der Schwerpunkt im Bericht 2024 liegt auf den demografischen Herausforderungen, denen die öffentlichen Finanzen in Zukunft gegenüberstehen. „Wir sehen bereits jetzt, dass ein Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter mit einem Anstieg der Bevölkerung im Ruhestand einhergeht“, heißt es in dem Papier.

► Entsprechend würden die demografiebedingten Ausgaben des Staats steigen – unter „ungünstigen Bedingungen“ von 27,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukte im Jahr 2022 auf 36,1 Prozent im Jahr 2070.

► Unter „günstigen Bedingungen“ ließe sich der Anstieg auf 30,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukte im Jahr 2070 begrenzen.

Sind wir noch zu retten?

Insbesondere eine höhere Zuwanderung und eine niedrigere Erwerbslosigkeit würden sich „günstig auf die langfristige Tragfähigkeit“ der Staatsfinanzen auswirken, schreibt das Bundesfinanzministerium.

Ebenfalls günstige Effekte hätten eine stärker steigende Erwerbsbeteiligung von älteren Menschen sowie ein stärkerer Anstieg der Erwerbsbeteiligung von Frauen.

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