Gravis

Deutscher Technik-Händler schließt ALLE Filialen

15.03.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Gravis betreibt 38 Filialen in Deutschland (Archivfoto); Foto: picture alliance / Schoening

„Die Verluste steigen jedes Quartal“

Das Laden-Sterben geht weiter: Jetzt hat der deutsche Technik-Händler Gravis bekannt gegeben, dass er in naher Zukunft alle Filialen dichtmacht. Das bestätigte ein Sprecher des Konzerns am Freitag gegenüber „Mac & i“ und dem „Spiegel“.

Die Elektronik-Kette war seit ihrer Gründung auf Apple-Produkte spezialisiert. Kunden konnten die Geräte bei Gravis nicht nur einkaufen, sondern auch reparieren lassen.

Das Portal „computerbase.de“ zitiert aus einer Mitteilung des Konzerns: „Gravis war sehr viele Jahre erfolgreich. Seit 2022 hat Gravis jedoch mit einem negativen Ergebnis zu kämpfen. Die Verluste steigen seitdem mehr oder weniger jedes Quartal.“

Als Gründe nannte der Elektronik-Händler den immer stärker werdenden Online-Handel und einen Rückgang der Nachfrage. Außerdem habe Apple ein „restriktives Konditionsmodell“.

Heißt: Andere Händler verdienen nur wenig an Produkten des iPhone-Konzerns, wenn sie ihre Preise konkurrenzfähig halten wollen. Laut unbestätigten Berichten soll Apple die Marge in den vergangenen Jahren noch einmal gesenkt haben.

Spätestens zum Jahresende ist Schluss

Gravis war 2013 vom deutschen Funk-Riesen Freenet aufgekauft worden. Aktuell gibt es noch 38 Filialen in Deutschland. Wie genau diese abgewickelt werden sollen, steht bislang noch nicht fest. Betroffen sind im Ernstfall laut „Spiegel“ bis zu 400 Mitarbeiter.

Freenet-Chef Christoph Vilanek (56) sagte dem Magazin: „Klar ist nur, am 31. Dezember wird es die Märkte nicht mehr geben. Darüber haben wir am Mittwoch die Mitarbeiter informiert.“

Zuletzt hatte Gravis noch versucht, sein Geschäft zu retten. So bekam die Marke einen neuen Anstrich samt neuem Logo. Vor einem Jahr stellte die Kette außerdem alle Filialen moderner auf: Das Bezahlen war seitdem nur noch bargeldlos möglich.

„Doch auch diese Maßnahmen haben leider nicht zur gewünschten Rückkehr des Erfolgs geführt“, heißt im Statement der Technik-Kette. Auch Gespräche für eine Zusammenarbeit mit anderen Konzernen scheiterten – und besiegelten das Aus von Gravis.

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