Ob der digitale Euro als Ergänzung zum Bargeld kommt, ist noch offen. Aber die deutschen Banken sind jetzt schon besorgt. Sie fürchten um ihr Geschäftsmodell.
Die Pläne der Europäischen Kommission zur Einführung eines digitalen Euros rufen die deutschen Banken und Sparkassen auf den Plan. Zurzeit erarbeitet die Deutsche Kreditwirtschaft eine Stellungnahme auf die Vorstellungen von Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis und der Brüsseler Beamten, wie die F.A.Z. erfuhr.
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) veröffentlichte jetzt eine Stellungnahme, in der er „eine sorgfältige Ausgestaltung“ ebenso wie eine „kommunikative Kraftanstrengung“ forderte, sollte es die Gemeinschaftswährung künftig auch digital geben. „Je konkreter die Pläne für eine Einführung eines digitalen Euro werden, desto stärker treten aber auch mögliche Fallstricke eines solchen Projekts in den Vordergrund“, warnt der Lobbyverband der deutschen Geschäftsbanken. So könnte sich der digitale Euro, der im Wesentlichen aus den Einlagen der Bürgerinnen und Bürger bei Kreditinstituten gespeist werde, unter Umständen negativ auf die Stabilität des Finanzmarktes auswirken.
EZB könnte Banken Konkurrenz machen
Damit meint der Bankenverband das Infragestellen des eigenen Geschäftsmodells. Denn sollten Bankkunden massenhaft ihre Einlagen abziehen und diese in digitaler Währung etwa auf einem Konto bei der EZB anlegen, würde das die Liquidität der Finanzinstitute und damit die Möglichkeiten zur Vergabe von Krediten erheblich verringern. Auch fürchten die Geschäftsbanken eine Konkurrenzsituation zur EZB.
Die Notenbank selbst will erst im Oktober ihre Prüfungen abschließen und anschließend entscheiden, ob und, wenn ja, unter welchen Umständen der digitale Euro parallel zum Bargeld eingeführt wird.
Quelle: F.A.Z.


