Aus für Ford-Werk in Saarlouis

Das Saarland und die Angst vor der Deindustrialisierung

27.09.2022
Lesedauer: < 1 Minute
Hier sollen Ende 2025 die letzten Autos vom Band laufen: Das Ford-Werk im saarländischen Saarlouis Bild: Frank Röth

Nirgendwo arbeiten anteilig mehr Leute in der Autobranche und im Metallgewerbe als im Saarland. Das Ende des Ford-Werks in Saarlouis könnte nur der Anfang eines großen Job-Kahlschlags sein.

Hier gehst du in Rente, habe man ihnen an ihrem ersten Arbeitstag gesagt. „Fordler“ zu werden sei wie ein Sechser im Lotto gewesen, sagen die Männer in der Fabrik. Aber jetzt? Alles aus. Hinter ihnen fahren an langen Bahnen Autoteile durch die Halle. Erst die Karosserie, dann der Unterbau mit dem Motor. „Hochzeit“ heißt es, wenn beide Teile zusammengeschraubt werden. Das machen blau gekleidete Mitarbeiter mit den immer gleichen Bewegungen. Es kracht und quietscht, Musik donnert aus Boxen.

Täglich laufen hier in der Produktionshalle von Ford in Saarlouis rund 800 Fahrzeuge vom Band, Typ Focus in allen Varianten. Noch bis Ende 2025, dann gibt Ford das Werk auf, dann läuft das derzeit gefertigte Modell mit Verbrennungsmotor aus. Neue Elektromodelle baut Ford lieber anderswo. 4600 Ford-Mitarbeiter sind in Saarlouis betroffen. Dazu rund 2000 Mitarbeiter in den Zuliefererwerken drum herum. Ein Kahlschlag.

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