Minus 6,9 Prozent

Container-Umschlag am Hamburger Hafen bricht ein

27.02.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Am Burchardkai, einem der Container-Terminals im Hamburger Hafen, stapeln sich die Boxen Foto: Marcus Brandt/dpa

Schlechte Zahlen von der Hamburger Kaikante.

In Deutschlands größten Hafen sind im vergangenen Jahr so wenige Container umgeschlagen worden wie zuletzt 2010. Das Geschäft mit den Standardcontainern (TEU) ist um 6,9 Prozent auf 7,7 Millionen Boxen gesunken. 2022 wurden noch 8,3 Millionen Stück umgeschlagen, im Jahr davor 8,7 Millionen.

Auch abseits des Container-Geschäfts geht es nach unten. Insgesamt wurden im Hamburger Hafen 2023 deutlich weniger Waren umgeschlagen als 2022. 114,3 Millionen Tonnen Seegüter, das beinhaltet auch Massengüter wie Getreide, Kohle, Chemikalien und Co., bedeuten einen Rückgang um 4,7 Prozent. Auf den Import entfielen dabei 65,6 Millionen Tonnen, auf den Export 48,6 Millionen.

Beim wichtigen China-Geschäft schwächeln die Norddeutschen, immerhin gibt es leichte Zuwächse beim Warenverkehr mit den USA.

Was sind die Gründe für den Einbruch?

Axel Mattern, Chef von Hafen Hamburg Marketing: „Wir haben ein besonders herausforderndes Jahr 2023 hinter uns, wir haben mit nachlassender Dynamik im Welthandel umzugehen, wir haben weiterhin eine verringerte Nachfrage in allen wichtigen Märkten des Hamburger Hafens.“ Für 2024 sei man zufrieden, wenn man das Niveau halten könne. Doch danach sieht es im Moment nicht aus.

Das 400 Meter lange Containerschiff „Berlin Express“ beim Einlaufen in den Hamburger Hafen
Foto: picture alliance /

Hamburg hängt damit bei den Top-Häfen Nordeuropas weiterhin nur auf Rang drei fest. Bei der wichtigen Kennzahl Container-Umschlag verloren zwar auch die Konkurrenten Rotterdam (Niederlande) und Antwerpen (Belgien), belegen aber weiter die Plätze 1 und 2.

Oder wie Mattern es sagt: „Wir liegen mit der Entwicklung unserer Umschlagzahlen auf einem Niveau mit dem nordeuropäischen Wettbewerbsumfeld und können uns im Vergleich mit anderen Häfen gut behaupten.“

Kritik kommt von der Opposition. CDU-Landeschef Dennis Thering: „Die geopolitischen Herausforderungen gehen auch am Hamburger Hafen natürlich nicht spurlos vorbei, doch liegen viele der Probleme auch in der Hafenpolitik des rot-grünen Senats und des Bundes.“

Weiter: „Beide schaffen es seit Jahren nicht, die notwendigen Entscheidungen zu treffen und vor allem für bessere Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen zu sorgen“, so Thering. Es fehle an funktionierender Infrastruktur, Hafen-Erweiterung, Elbvertiefung und Hinterlandanbindung.

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