Nach dem Agrargeschäft wird Bayer auch für sein Pharmasparte vorsichtiger. Dennoch fällt der Quartalsverlust des Leverkusener Konzerns geringer aus als vorausgesagt.
Abschreibungen im Agrargeschäft haben Bayer im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich lag das Minus bei 1,88 Milliarden Euro nach einem Verlust von 298 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie der Pharma- und Agrarkonzern am Dienstag mitteilte. Der Verlust fiel damit etwas geringer als befürchtet aus – Bayer war zuletzt von einem Konzernverlust von etwa zwei Milliarden Euro ausgegangen.
Das Unternehmen setzte von April bis Juni gut elf Milliarden Euro um, ein Minus von fast 14 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) schrumpfte um knapp ein Viertel auf gut 2,5 Milliarden Euro.
Bayer wird für seine beiden größten Sparten CropScience und Pharma pessimistischer für das laufende Jahr. Bereits im Juli hatte der Dax-Konzern den Jahresausblick gesenkt, dabei aber vor allem auf die nach dem Boom im Vorjahr mittlerweile deutlich gesunkenen Preise für den Unkrautvernichter Glyphosat verwiesen. Details zu den einzelnen Sparten wurden damals nicht genannt.
Weniger Gewinn als erwartet
Für das Agrarchemie- und Saatgutgeschäft CropScience erwartet Bayer 2023 um Wechselkursveränderungen bereinigt nun einen um etwa 5 Prozent geringeren Umsatz als im Vorjahr, statt eines Plus von 3 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Beim Pharma-Geschäft wird kein Wachstum mehr erwartet, nachdem bislang ein kleines Plus von einem Prozent in Aussicht gestellt worden war.
Als bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen bei CropScience ohne Währungseffekte nun etwa 21 Prozent vom Umsatz hängen bleiben und im Pharmageschäft etwa 28 Prozent. Bislang hatten die Leverkusener operative Gewinnmargen von 25 bis 26 Prozent beziehungsweise von leicht über 29 Prozent avisiert. Den Jahresausblick für die kleinste Sparte Consumer Health rund um rezeptfreie Medikamente bestätigte das Unternehmen.
Bayer hatte bereits vor zwei Wochen vorläufige Quartalszahlen veröffentlicht und seine Jahresziele deutlich gesenkt. Weiter massiv zurückgegangene Geschäfte mit glyphosathaltigen Unkrautbekämpfungsmitteln belasten das Leverkusener Unternehmen. Im zweiten Quartal fielen deshalb Firmenwert-Abschreibungen von knapp 2,5 Milliarden Euro an, die Bayer tief in die roten Zahlen drückten. Schon im ersten Jahresviertel hatte der Preisverfall bei Glyphosat die Bilanz belastet. Für zusätzlichen Druck sorgten nun auch schlechte Witterungsbedingungen und ein geringerer Absatz wegen des Abbaus von Lagerbeständen bei den Kunden.
Quelle: mj./Reuters/dpa-AFX


