Neuer Rekord

8,9 Prozent Inflation in der Eurozone

29.07.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Immer weniger wert: Euro-Banknoten in der Kasse eines Geschäfts in Stuttgart. Bild: dpa

In Deutschland geht die Inflation leicht zurück – nicht aber in Europa. Mit fast 9 Prozent erreicht die Preissteigerung einen neuen Rekord. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Euros.

Die Inflation in der Eurozone hat sich im Juli beschleunigt und einen neuen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Juli vor einem Jahr erhöhten sich die Verbraucherpreise um 8,9 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Dies ist die höchste Rate seit Einführung des Euros als Buchgeld im Jahr 1999. Im Juni waren die Verbraucherpreise um 8,6 Prozent gestiegen.

Ökonomen hatten eine Beschleunigung der Inflation in der Eurozone erwartet, jedoch nicht in dieser Höhe. Zusammengenommen waren Ihre Schätzungen waren auf 8,7 Prozent gekommen. Getrieben wurde die Teuerung ein weiteres Mal durch die Energiepreise, die sich zum Vorjahresmonat um fast 40 Prozent erhöhten (39,7 %). Ihr Anstieg war allerdings etwas schwächer als im Vormonat. Dafür beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Lebens- und Genussmitteln von 8,9 auf 9,8 Prozent.

Auch die Kerninflation, bei der die besonders schwankungsanfälligen Preise von Energie, Lebens- und Genussmitteln nicht berücksichtigt werden, stieg. Statt 3,7 Prozent im Juni standen dort nun 4 Prozent zu Buche. Die höchsten Inflationsraten in der Eurozone wiesen mit mehr als 20 Prozent abermals die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen auf. In Deutschland betrug die nach europäischen Standards berechnete Inflationsrate 8,5 Prozent.

Die Europäische Zentralbank hatte vor gut einer Woche ihre Leitzinsen zum ersten Mal seit 11 Jahren angehoben. Im internationalen Vergleich mit anderen Notenbanken hat die EZB damit spät reagiert, obwohl ihr Inflationsziel von 2 Prozent seit längerem klar übertroffen wird. Beispielsweise die amerikanische Notenbank Fed hatte am Mittwoch zum inzwischen vierten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen angehoben. Sie verlangt deshalb nun mit 2,25 bis 2,5 Prozent deutlich höhere Zinsen, wenn sich Banken bei ihr Geld leihen wollen, als die EZB. Im Euroraum liegt der Leitzins bei nur 0,5 Prozent.

Quelle: bth./dpa

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