Adidas gibt große Rabatte

65 statt ursprünglich 130 Euro – niemand will die deutschen Verlierer-Trikots

05.07.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Eigentlich ganz schick – und trotzdem nicht gefragt. Auch das DFB-Auswärtstriko wird zum Ladenhüter - Quelle: picture alliance / GES/Marvin Ib

Nach dem frühen Aus der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft muss Adidas den Rotstift ansetzen – und bietet die Trikots jetzt zum halben Preis an. Der Sportartikel-Konzern hatte sich von dem Turnier ohnehin wenig versprochen.

Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft hat Adidas ein Trikotproblem. Mit 50-Prozent-Rabatten auf praktisch alle Varianten der DFB-Bekleidung versucht der Sportartikelkonzern seine Bestände abzubauen.

So kostet die Edelvariante DFB Heimtrikot Authentic jetzt 65 statt ursprünglich 130 Euro, geht aus der Online-Verkaufsseite hervor. Auch das übliche Heim- und Auswärtstrikot wird aktuell für die Hälfte des Ursprungspreises verkauft. Kurz vor dem England-Spiel, bei dem die DFB-Elf verlor, lag der Rabatt bei 20 Prozent. Auf WELT-AM-SONNTAG-Anfrage, ob nun größere Lagerbestände zu Wertberichtigungen führen, erklärte eine Sprecherin: „Davon gehen wir aktuell nicht aus.“

Im Unterschied zu früher macht Adidas als DFB-Ausrüster keine Angaben mehr zu verkauften Trikot- oder Bälle-Stückzahlen bei Fußball-Topereignissen. Bereits im Vorfeld sei klar gewesen, dass „der kommerzielle Nutzen der EM für Adidas überschaubar bleibt“, so die Sprecherin.

Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte den Umsatz aus der Europameisterschaft plus den kommenden Olympischen Spielen auf 50 bis 70 Millionen Euro beziffert. Das ist ein vergleichsweise geringer Betrag für den Konzern. Dessen Gesamtumsatz taxieren Analysten auf etwa 21,9 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Weniger Public Viewing, weniger Trikots

Fußball gehört zu den Kernsportarten, auf die der Adidas-Chef auch künftig setzt. Daher nutzt der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern die Europameisterschaft, um die Marke möglichst sichtbar für Werbezwecke zu positionieren. Wegen der Corona-Pandemie und den Wegfall öffentlicher Übertragungen geben Fans insgesamt weniger Geld für neue Trikots aus. Bei der Weltmeisterschaft 2018 konnte Adidas noch acht Millionen Trikots verkaufen und zehn Millionen Spielbälle.

Grafik Nr. 102412, Querformat 135 x 80 mm,
Kleine Trikot-Kunde – Die EM-Trikots der deutschen Nationalmannschaft seit 1972Quelle: dpa

Die Adidas-Planer stehen dabei vor der Herausforderung, das Abscheiden als Ausrüster der jeweiligen Mannschaften bei der Einkaufsplanung einzuschätzen. Adidas hatte 2018 seinen Vertrag mit dem DFB bis 2026 verlängert. Der Konzern kleidet damit alle deutschen Nationalteams ein und kann im Gegenzug Werbung mit den Nationalspielern machen und das offizielle Fan-Trikot verkaufen.

Bei Adidas heißt es, dass sich die Trikot-Nachfrage seit dem Turnier-Auftakt und den ersten Auftritten der deutschen Mannschaft noch sehr gut entwickelte. Nach dem zweiten Vorrundenspiel war besonders das Trikot von Robin Gosens gefragt. Nach dem Aus gegen England folgte die Ernüchterung.

Auch nach dem Ende der Europameisterschaft blieben die Trikots aktuell, teile der Ausrüster mit. Die deutsche Mannschaft spiele beispielsweise auch die kommenden Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiele „in den aktuellen Trikots, und wir glauben an den Erfolg der Mannschaft“. Deshalb werden die Trikots weiterhin verkauft.

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