Irre Verschwörungstheorie oder ist tatsächlich was dran?
Musik-Legende John Lennon starb im Alter von 40 Jahren. Der Beatles-Sänger wurde vom psychisch auffälligen Täter Mark Chapman mehrmals in den Rücken geschossen – angeblich. Denn jetzt wirft eine neue Doku Fragen auf: Ist der Täter möglicherweise ein ganz anderer? Und: Ist Chapman zum Sündenbock manipuliert worden?
Spannender könnte die Doku von Autor und Fernsehproduzent David Whelan (56) kaum sein, aus der „ Dailymail“ berichtet. Der Filmemacher untersuchte drei Jahre lang den Tod des einstigen Musikstars und fand so manche Ungereimtheiten.
► So soll Killer Chapman, der eine Todesliste mit dem Namen zahlreicher Prominenten führte, am Tattag – dem 8. Dezember 1980 – „programmiert“ gewirkt haben.
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Der Mord an John Lennon – die offizielle Version
Lennon ließ sich zusammen mit seiner Frau Yoko Ono (90) mit einer Limousine nach Hause kutschieren – zum Dakota Building mit Blick auf den Central Park in New York.
Sie stiegen aus und gingen ohne etwas zu merken an Chapman vorbei. Dieser soll fünfmal auf Lennon geschossen haben, wobei vier der Kugeln sein Opfer in den Rücken trafen. Es war dunkel. Chapman stand etwa 6 bis 7 Meter von Lennon entfernt. Nach der Tat blieb Chapman an Ort und Stelle und ließ sich ohne Widerstand festnehmen.
Ein Arzt der Lennon behandelt hatte, kurz bevor er für Tod erklärt wurde, berichtete von Einschusslöchern in Lennons Brust – und nicht im Rücken, wie es offiziell heißt.
Die Vermutung: Ein ganz anderer war der Täter – und schoss auf Lennon von vorn!
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Was hat die CIA mit Lennons Mord zu tun?
Doch falls Chapman gar nicht der Mörder von John Lennon ist – wer könnte es dann gewesen sein? Und warum hat Chapman den Mord eingestanden – wohlgemerkt gegen Anraten seiner Anwälte, die auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren wollten?
Dann fällt in der Briten-Doku plötzlich der Name „MK ULTRA“ – DAS umstrittene Geheimprojekt der CIA, das sich in Zeiten des Kalten Krieges mit der Erforschung und Auswirkung der psychedelischen Droge LSD und Gedankenkontrolle, wie etwa durch Hypnose beschäftigte.
► Chapmans Schuldeingeständnis 1981, weswegen es nie zum Prozess kam, war der Wendepunkt des spektakulären Mordfalls.
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Zuvor ließen Staatsanwaltschaft und Verteidiger des vermeintlichen Mörders mehrfach psychologische Gutachten von Chapman anfertigen.
Über die Zeit in Untersuchungshaft bekam dieser mehrmals Besuch von verschiedenen Psychologen, die ihm Krankheiten wie Schizophrenie bis hin zu manischen Depressionen attestierten.
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Drei dieser Ärzte waren Experten auf dem Feld der Hypnose. Und einer von ihnen, Dr. Milton Kline, arbeitete mit der CIA an deren berüchtigtem Bewusstseinskontrollprogramm „MK ULTRA“!
Und ausgerechnet jener Psychologe, Dr. Kline, prahlte im Jahr 1979 damit, dass ein Mann mittels Hypnose zum Mörder programmiert werden könne.
Warum Kline zusammen mit zwei anderen Hypnoseexperten von den Anwälten gebeten wurde, sich mit Chapman zu treffen, ist bis heute nicht geklärt.
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Möglich wäre es, dass die Verteidigung Chapmans bereits in Erwägung zog, die These aufzustellen, dass ihr Mandant eben durch Hypnose dazu gebracht wurde, sein Verbrechen auszuführen.
Doch hatte der Arzt mit Verbindungen zum geheimen CIA-Programm „MK ULTRA“ Chapman vielleicht dahin gehend – und möglicherweise mithilfe von Hypnose und LSD – manipuliert, damit Chapman sich die Schuld eingesteht? Diese Frage formuliert die Doku zumindest.
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► Nach der Verhaftung Chapmans fand man 122 Pillen in seinem Hotelzimmer, die nicht identifiziert werden konnten. Sie wurde zu einer Analyse ins Labor gegeben. Die Ergebnisse sind bis heute unbekannt.
► Die US-Geheimdienste hatten John Lennon jahrelang heimlich überwacht und verbergen noch immer Hunderte Seiten geheimer Dokumente über den Musiker, so die Doku.
Im November 1980 hätten die außenpolitischen Entscheidungsträger des neu gewählten US-Präsidenten Ronald Reagan († 93) gewusst, dass John Lennon eine potenziell starke und einflussreiche Stimme gegen künftige militaristische Auslandsambitionen war.
Schließlich tobte immer noch der Vietnam-Krieg. Linke Hippie-Künstler wie Lennon und seine Frau Yoko Ono demonstrierten regelmäßig gegen den Krieg. Waren sie eine Gefahr für die USA geworden? Wollte man verhindern, dass der Kalten Krieg verloren wird?
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Dokumentarfilmer Whelan: „Die Ermordung von John Lennon bedeutete, dass keine prominente Stimme mit Gewicht gegen Reagans Ambitionen gehört und als potenzieller Aufschrei der Opposition genutzt werden würde.“
Wurde John Lennon also von einem Agenten der CIA umgebracht und Chapman war der Sündenbock?
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Fakt ist: Keiner der Augenzeugen – einschließlich Lennons Frau Yoko Ono – hat damals gesehen, wie Chapman Lennon erschoss.
Gruselig: Der New Yorker Polizist Arthur O’Connor erklärte, dass Chapman in der Nacht, in der er Lennon erschoss, „programmiert“ erschien.
Hinzu kommen weitere Ungereimtheiten mit den Eintrittslöchern der Pistolenkugeln in der Brust – obwohl jahrelang behauptet wurde Lennon sei von hinten erschossen worden.
Die Frage, die sich zwingend aufdrängt: Stand der WAHRE Mörder möglicherweise im Treppenaufgang des Dakota-Buildings und erschoss Lennon aus nächster Nähe von vorn?Laut Aussage des Arztes, der Lennon in der Tatnacht behandelt hatte, muss es so gewesen sein!





