In ZDF-Doku

WM-Botschafter aus Katar nennt Homosexualität »geistigen Schaden«

08.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Passanten posieren vor einem »Fifa World Cup«-Schriftzug in Doha: Die WM findet vom 20. November bis zum 18. Dezember statt Foto: JEWEL SAMAD / AFP

»Lass uns über Schwule reden«, sagt der katarische WM-Botschafter Khalid Salman – und gibt dann Hanebüchenes von sich. Das Interview wurde durch das WM-Organisationskomitee rasch abgebrochen.

Der katarische WM-Botschafter und frühere Fußballnationalspieler Khalid Salman hat Homosexualität als »geistigen Schaden« bezeichnet. Die Äußerung fiel in einem Interview in der ZDF-Dokumentation »Geheimsache Katar« von Jochen Breyer und Julia Friedrichs. Sie wird am Dienstagabend ausgestrahlt. Schon am Montagabend wurde im »heute-journal«  der Ausschnitt mit den Aussagen Salmans gezeigt.

»Während der WM werden viele Dinge hier ins Land kommen. Lass uns zum Beispiel über Schwule reden«, sagte Salman. »Das Wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen.« Er habe vor allem Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. In seinen Augen sei Schwulsein »haram« und verboten, meinte Salman. »Es ist ein geistiger Schaden.«

Im Original sagte er »damage in the mind«. Das Interview wurde an dieser Stelle durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen.

Katar gilt als einer der umstrittensten Gastgeber in der WM-Geschichte. Dem Emirat werden unter anderen Verstöße gegen Menschenrechte, schlechter Umgang mit den Bauarbeitern der Stadien und mangelnde Frauenrechte vorgeworfen. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft bemüht sich der Wüstenstaat, ein anderes Bild zu vermitteln. Auch Fans aus der LGBTQ-Szene seien willkommen, hieß es offiziell.

Ab dem 20. November spielen in dem Wüstenstaat 32 Nationalmannschaften um den Titel. Das Finale steigt am 18. Dezember vor mehr als 80.000 Zuschauern im Lusail-Stadion.

In der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« (Montag) hatte Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani die Kritik an Katar vor allem aus Europa als »sehr arrogant und sehr rassistisch« bezeichnet. Zugleich hatte er auf Reformen in seinem Land verwiesen, die auch nach der WM fortgesetzt würden. 

aar/dpa

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