Die Kugelstoßerin Raven Saunders nutzt den Gewinn der Silbermedaille, um »unterdrückten Menschen« ihre Solidarität zu zeigen. Das IOC leitet Untersuchungen ein.
Bei den Olympischen Spielen in Tokio droht der US-Kugelstoßerin Raven Saunders eine Strafe wegen eines »politischen« Protests bei einer Siegerehrung. Die 25-Jährige verschränkte nach ihrer gewonnenen Silbermedaille auf dem Podium die Arme über dem Kopf.
Mit der »X-Geste« habe sie Solidarität für die Rechte »unterdrückter Menschen« ausdrücken wollen, sagte Saunders. Das X sei der Schnittpunkt, an dem sich alle unterdrückten Menschen treffen.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte am Montagvormittag, den Vorfall zu untersuchen. Sprecher Mark Adams sagte, das IOC stehe in Kontakt zum Leichtathletik-Weltverband WA und zum Nationalen Olympischen Komitee (NOK) der USA. Das NOK hatte allerdings im Vorfeld der Spiele erklärt, die eigenen Sportlerinnen und Sportler bei Protesten nicht zu sanktionieren.


Foto: FRANCK ROBICHON / EPA
Saunders mit auffälligem Auftritt
Die schwarze Athletin Saunders tritt öffentlich vor allem für die Belange von People of Color ein, zudem engagiert sie sich für die LGBTQ-Community. Beim olympischen Finale hatte sie einen grellen Auftritt mit einer auffallenden Maske und knallig gefärbten Haaren hingelegt.
Das IOC hatte seine strikt ablehnende Haltung gegenüber politischen Protesten während der Spiele, die umstrittene Regel 50, aufgeweicht, duldet friedvolle Gesten vor dem Wettkampf. Die deutsche Hockey-Kapitänin Nike Lorenz durfte mit Erlaubnis des IOC mit einer Regenbogen-Binde am Stutzen spielen. Politische Proteste bei Siegerehrungen untersagte das IOC indes.
hba/sid





