Vor Anhörung im Fall Prinz Andrew

US-Gericht veröffentlicht Deal von Klägerin mit Jeffrey Epstein

03.01.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Prinz Andrew legte wegen der Missbrauchsvorwürfe seine royalen Aufgaben nieder (Archivbild) Foto: STEVE PARSONS / AFP

Virginia Giuffre gibt an, von Jeffrey Epstein zur Sexsklavin gemacht und als 17-Jährige von Prinz Andrew missbraucht worden zu sein. Ein nun veröffentlichtes Dokument könnte den britischen Royal vor einer Anklage schützen.

Ein US-Gericht hat einen bisher unter Verschluss gehaltenen Deal zwischen Jeffrey Epstein und Virginia Giuffre veröffentlicht. Giuffre wirft dem britischen Prinzen Andrew vor, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Der außergerichtlichen Einigung aus dem Jahr 2009 zufolge hatte die US-Amerikanerin Giuffre mit dem Multimillionär Jeffrey Epstein vereinbart, niemanden aus dessen Umfeld zu beschuldigen, der als »potenzieller Angeklagter« gelten könnte. In dem in New York veröffentlichten Dokument ist auch eine Zahlung von 500.000 Dollar (damals rund 330.000 Euro) an Virginia Roberts – ihr damaliger Name – genannt. Dieser Deal könnte Prinz Andrew nun womöglich vor einem Gerichtsverfahren bewahren.

Schwere Vorwürfe gegen Prinz Andrew

Giuffre gibt an, vom inzwischen gestorbenen Epstein und seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell als Jugendliche zusammen mit Dutzenden anderen Minderjährigen zur Sexsklavin gemacht worden zu sein. Sie beschuldigt in diesem Zusammenhang auch den Sohn der britischen Königin Elizabeth II., sie vor 20 Jahren als 17-Jährige missbraucht zu haben. Prinz Andrew hat die Anschuldigungen stets bestritten.

Andrews Anwälte argumentieren, dass die nun veröffentlichte Einigung von 2009 eine Anklage verhindere. Giuffres Anwälte hatten dagegen stets erklärt, dass die Einigung mit Epstein keine Relevanz für einen möglichen Prozess gegen Andrew habe. Am Dienstag soll vor einem Zivilgericht in New York weiter über die Anschuldigungen gegen Andrew und über einen möglichen Prozess verhandelt werden.

Prinz Andrew steht seit Jahren wegen seiner früheren Freundschaft zu Epstein in der Kritik und trat deshalb von seinen royalen Aufgaben zurück. 

bbr/dpa/AP

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