Krönung von Charles III.

Schottland verweigert Herausgabe von »Schicksalsstein« für Zeremonie

06.03.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Das Streitobjekt: Der Stein des Schicksals, auch Stein von Scone genannt, hier in der Großen Halle von Edinburgh Castle Foto: Pa / dpa

Lange war der schottische »Stein von Scone« Teil des englischen Krönungsthrons. 1996 wurde er den Schotten zurückgegeben – und die haben wenig Lust, den Quader für die Krönung von Charles III. wieder herauszurücken.

Er ist aus rotem Sandstein, 66 mal 41 Zentimeter groß und 152 Kilogramm schwer: Der schottische »Stein von Scone«, auch Schicksalsstein genannt, ist ein Symbol der schottischen Monarchie. Jetzt ist er zum Politikum geworden.

Der Krönungsstein solle nicht aus Schottland zur Krönung von Charles III. am 6. Mai nach London gebracht werden, sagte Ash Regan, eine von drei Bewerberinnen um die Nachfolge der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon. Der Stein müsse an seinem »rechtmäßigen Platz« im nördlichsten britischen Landesteil bleiben, so die Begründung.

Der Quader wurde den Schotten 1296 vom englischen König Edward I. genommen und in einen neuen Thron in London eingebaut. Fortan verwendete man den Stein bei allen Krönungen, auch bei der Zeremonie für Queen Elizabeth II. im Jahr 1953. Erst 1996 wurde der Schicksalsstein offiziell an Schottland zurückgegeben. Seither ist er in der Burg von Edinburgh ausgestellt.

Traditionsgemäß sollte der Stein nun bei der Krönung von Charles III. und Queen Camilla in London zum Zuge kommen. Allein, die Schotten zeigen sich bockig.

Charles III. mit Gattin Camilla: Krönung lieber mit dem legendären Stein unter dem Allerwertesten?
Charles III. mit Gattin Camilla: Krönung lieber mit dem legendären Stein unter dem Allerwertesten?
 Foto: i Images / IMAGO

»Ich schätze die Tradition, den Stein des Schicksals in der Krönung zu verwenden, aber ich glaube, er sollte in Schottland bleiben als altes Symbol unseres nationalen Erbes«, sagte Regan von der Schottischen Nationalpartei (SNP) der Zeitung »Scottish Mail on Sunday«.

Möglich sei ein Kompromiss: Demnach könne der Teil der Krönung, für den der Stein notwendig ist, in Schottland erfolgen. »Dies wäre eine passende Hommage an die Bedeutung des Steins in der schottischen Geschichte und würde dennoch die Traditionen des Vereinigten Königreichs der Kronen wahren«, sagte Regan mit Blick auf die historische Union der Königreiche England und Schottland.

Der ehemalige schottische Regierungschef Alexander Salmond, einst SNP, heute bei der sezessionistischen Alba Partei, forderte die Regierung auf, den Stein auf keinen Fall herauszugeben.

Er sagte dem Sender Sky News:  »In einem Kontext, in dem die Regierung in Westminster dem schottischen Volk den legitimen Wunsch abschlägt, wenigstens ein Referendum zu veranstalten, sehe ich nicht, warum irgendeine schottische Regierung kleinlaut sagen sollte, wir geben euch das Eigentum wieder, das ihr uns vor 700 Jahren gestohlen habt.«

Die SNP tritt für eine Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich ein und sucht derzeit eine Nachfolge für Partei- und Regierungschefin Sturgeon. Außer Regan stehen noch Finanzministerin Kate Forbes und Gesundheitsminister Hamza Yousaf zur Wahl. Eine Entscheidung soll bis zum 27. März fallen. 

ala/dpa

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