Nach drei Jahren Haft

„Schande über das Gericht“: Wut über vorzeitige Freilassung von Bill Cosby

01.07.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Quelle: stern.de

Nach drei Jahren wurde Bill Cosby aus dem Gefängnis entlassen. Die Entscheidung des Gerichts sorgt bei vielen Menschen für Wut. 

Nach drei Jahren Haft ist Bill Cosby ein freier Mann. Wegen des Deals eines früher mit dem Fall befassten Staatsanwalts hätte Bill Cosby in dieser Sache gar nicht erst angeklagt werden dürfen, hieß es. Der Prozess dürfe auch nicht noch einmal aufgerollt werden, so die Erklärung der zuständige Richter in Pennsylvania.

Bill Cosby ist frei

Bei vielen Aktivistinnen und Hollywoodstars sorgt das für Wut. Immerhin haben fast 60 Frauen dem Schauspieler sexuellen Missbrauch vorgeworfen und während des vielbeachteten Prozesses hatte es die Jury als erwiesen angesehen, dass Cosby eine Frau mit Tabletten hilflos gemacht und dann sexuell genötigt hatte. 

Und so zeigten sich einige Hollywoodstars und andere Aktivisten empört über die Entscheidung. „Ich bin wütend, diese Nachricht zu hören. Ich kenne persönlich Frauen, die dieser Mann mit Drogen bewusstlos gemacht und vergewaltigt hat. Schande über das Gericht für diese Entscheidung“, kommentierte die Schauspielerin Amber Tamblyn auf Twitter. „Wenn Sie männlich sind und genug Geld und Einfluss haben, können Sie sogar Präsident werden, egal wie korrupt Sie sein mögen. Bill Cosby ist nur einer von vielen. Schauen Sie sich Marilyn Manson an“, schrieb Dolly Partons Schwester Stella Parton auf dem Kurznachrichtendienst.

Keine Reue

Schauspielerin Rosie O’Donnell twitterte: „Ich nehme an, 70 Frauen waren nicht genug, f*** dich, Bill.“ Und Songschreiberin Diane Warren verhalf sich mit Galgenhumor. „Hat Cosby das Gericht in Pennsylvania auch unter Drogen gesetzt?“, fragte sie. Aktivistin und Weinstein-Opfer Rose McGowan stellte sich ebenfalls an die Seite von Cosbys Opfern. 

Staatsanwalt Kevin Steele sagte in einer Erklärung, Cosby „wurde von einer Jury für schuldig befunden und ist jetzt frei aufgrund einer Verfahrensfrage, die irrelevant für die Fakten des Verbrechens ist“ und fuhr fort: „Meine Hoffnung ist, dass diese Entscheidung die Anzeige von sexuellen Übergriffen durch die Opfer nicht dämpfen wird. Wir glauben immer noch, dass niemand über dem Gesetz steht –auch nicht diejenigen, die reich, berühmt und mächtig sind.“

Cosby selbst beteuerte immer, er sei unschuldig und empfinde „keine Reue“.

Verwendete Quellen„BBC“ / „Vox“

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