15 Autos, 14 Uhren, Bargeld: Rumänische Behörden haben Besitztümer des Influencers Andrew Tate im Wert von 3,6 Millionen Euro beschlagnahmt. Die Vermögenswerte könnten zur Entschädigung seiner Opfer genutzt werden.
Die rumänischen Behörden sind am Samstag auf ein Gelände in der Nähe von Bukarest vorgedrungen, um eine Flotte von Luxusautos und andere Vermögenswerte im Wert von schätzungsweise 3,6 Millionen Euro im Rahmen der Ermittlungen gegen Andrew Tate zu beschlagnahmen.
In einer Erklärung heißt es, dass sie insgesamt 15 Luxusautos, 14 Designeruhren und Bargeld in mehreren Währungen beschlagnahmt hat.
Etwa ein halbes Dutzend maskierte Polizeibeamte und andere Beamte stürmten das Gelände, um die Waren mitzunehmen. Zu dem Fuhrpark gehörten ein blauer Rolls-Royce, ein Ferrari, ein Porsche, ein BMW, ein Aston Martin und ein Mercedes-Benz.
Organisiertes Verbrechen, Menschenhandel, Vergewaltigung
Tate, 36, ein britisch-amerikanischer Staatsbürger, wurde am 29. Dezember in Bukarest zusammen mit seinem Bruder Tristan und zwei rumänischen Frauen wegen Zugehörigkeit zu einer organisierten Verbrechergruppe, Menschenhandel und Vergewaltigung verhaftet.


Foto: Alexandru Dobre / AP
Am Dienstag verloren alle vier ein Berufungsverfahren, nachdem ein Gericht die Entscheidung eines Richters vom 30. Dezember bestätigt hatte, ihre Haft von 24 Stunden auf 30 Tage zu verlängern. Einen Tag später verlor Tate eine weitere Berufung, in der er die von der Staatsanwaltschaft in dem Fall bisher beschlagnahmten Vermögenswerte anzweifelte.
Die rumänische Behörde zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (DIICOT) teilte mit, sie habe in dem Fall 15 Luxusfahrzeuge beschlagnahmt und mehr als zehn Immobilien und Grundstücke identifiziert, die sich im Besitz von Unternehmen befinden, die auf die Brüder Tate eingetragen sind.
Wenn die Staatsanwälte beweisen können, dass die Brüder durch illegale Aktivitäten, einschließlich Menschenhandel, zu Geld gekommen sind, könnten die Vermögenswerte zur Deckung der Ermittlungskosten und zur Entschädigung der Opfer verwendet werden, sagte Ramona Bolla, eine Sprecherin der DIICOT.
»Psychische Gewalt und physischer Zwang«
Die DIICOT hat nach eigenen Angaben sechs Opfer im Fall des Menschenhandelsvorwurfs identifiziert, die von den Mitgliedern der mutmaßlichen Verbrechergruppe »physischer Gewalt und psychischem Zwang« ausgesetzt waren und sexuell ausgebeutet wurden.
Nach Angaben der Behörde wurden die Opfer unter dem Vorwand der Liebe angelockt und später eingeschüchtert, überwacht und anderen Kontrollmaßnahmen unterworfen, während sie gezwungen wurden, in Pornos mitzuwirken.
Tate, ein ehemaliger Profi-Kickboxer, der Berichten zufolge seit 2017 in Rumänien lebt, wurde zuvor von verschiedenen prominenten Social-Media-Plattformen verbannt, weil er sexistische Ansichten und Hassreden geäußert hatte.
Nachdem das Vermögen am Samstag beschlagnahmt wurde, erschien auf Tates Twitteraccount ein Beitrag, der lautete: »Jeder, der glaubt, dass ich ein Menschenhändler bin, ist wirklich ein Idiot«, und »jeder, der klug genug ist, um zu verstehen, dass das amerikanische System unfair ist, wird von der Ungerechtigkeit des rumänischen Systems überwältigt sein.« czl/AP





