Für Besuche in Großbritannien

Prinz Harry will vor Gericht Polizeischutz durchsetzen

16.01.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Prinz Harry sieht sich und seine Familie ohne Obhut der Polizei in Großbritannien nicht ausreichend geschützt Foto: Tayfun Coskun / Anadolu Agency / Getty Images

»Sicherheitsrisiko auf Lebenszeit geerbt«: Prinz Harry lebt mit seiner Familie in den USA. Für Besuche in Großbritannien fordert er aber staatlichen Schutz – und zieht dafür vor Gericht.

Der in die USA ausgewanderte Prinz Harry, 37, ringt auf dem Rechtsweg um Polizeischutz bei Besuchen in seiner britischen Heimat. Sein Anwaltsteam hat offenbar einen Antrag auf rechtliche Prüfung einer Entscheidung der britischen Regierung gestellt, wonach sie bei Besuchen in Großbritannien nicht für Polizeischutz für ihn und seine Familie aufkommen darf. Das berichtet die Nachrichtenagentur PA.

Harry und Meghan hatten ihren damals vom Steuerzahler finanzierten Polizeischutz verloren, nachdem sie ihre Tätigkeit als hochrangige Mitglieder des Königshauses aufgegeben hatten. Bei ihrem Umzug in die USA war das Thema Sicherheit ein gewichtiges Argument gewesen.

Der Prinz möchte laut PA nun seinen Sohn Archie, 2, und die gut sieben Monate alte Tochter Lilibet auf die Insel mitbringen, damit diese seine Heimat kennenlernen können. Die Familie könnte jedoch nicht ohne Polizeischutz zurückkehren, hieß es demnach in einer Erklärung der Anwälte.

Hintergrund sei auch ein Zwischenfall im Sommer 2021 in London. Paparazzi-Fotografen hatten damals Harrys Auto verfolgt, als er eine Wohltätigkeitsveranstaltung verlassen hatte. Damals hatte der Prinz zusammen mit seinem älteren Bruder Prinz William, 39, unter anderem eine Statue zum Andenken an ihre tote Mutter Diana enthüllt. Sie war 1997 bei einem Autounfall auf der Flucht vor Paparazzi-Reportern in Paris ums Leben gekommen.

Harry möchte nach Angaben seiner rechtlichen Vertreter selbst für den Polizeischutz aufkommen. Er ist demnach der Ansicht, seine privaten Bodyguards in den USA hätten im Ausland nicht die ausreichenden Befugnisse und Sicherheitsinformationen, um seine Familie zu schützen. Daher bestehe Harry auf dem Schutz der Polizei. Die Kosten dafür möchte er laut seinen Anwälten nun jedoch selbst tragen.

Großbritannien werde immer Harrys Heimat und ein Land sein, in dem er wolle, dass seine Frau und seine Kinder sicher seien, heißt es in der Erklärung. »Prinz Harry hat bei der Geburt ein Sicherheitsrisiko auf Lebenszeit geerbt.«

»Bedrohungen durch Neonazis und Extremisten«

Die Anwälte wiesen in ihrer Erklärung ebenfalls darauf hin, dass Harrys Familie in den vergangenen Jahren auch »gut dokumentierten Bedrohungen durch Neonazis und Extremisten« ausgesetzt gewesen sei.

Ein Sprecher der britischen Regierung wollte sich nicht zu dem Verfahren äußern. Die Schutzmaßnahmen für Prominente in Großbritannien seien gut und »verhältnismäßig«. Detaillierte Informationen dazu könnten nicht bereitgestellt werden, da dies »die Sicherheit von Einzelpersonen beeinträchtigen« könne.

Die Bitte der Anwälte um Rechtsprüfung wurde laut dem PA-Bericht bereits im September 2021 gestellt. Bei einer solchen Prüfung bittet der Antragsteller darum, die Rechtlichkeit einer Entscheidung einer Behörde oder Regierungsstelle – in diesem Fall ist es das britische Innenministerium – zu untersuchen. Gewinnt der Antragsteller, kann die Entscheidung für rechtswidrig erklärt oder aufgehoben werden. 

flg/dpa/AFP

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