Auszug aus Autobiografie

Prinz Harry spricht über Kokain-Konsum mit 17 Jahren

06.01.2023
Lesedauer: 5 Minuten
© AFP/ OSCAR DEL POZO

In seinem mit Spannung erwarteten Buch berichtet Harry von einem Akt der Rebellion gegen das Establishment. Exemplare sollen ab nächster Woche erhältlich sein.

Der britische Prinz Harry hat einem Bericht zufolge nach eigenen Schilderungen im Alter von 17 Jahren Kokain genommen. Auf einem Jagdwochenende sei ihm die Droge angeboten worden, danach habe er noch häufiger gekokst, schrieb der mittlerweile mit seiner Familie in Kalifornien lebende 38-Jährige dem Sender Sky News zufolge in seinen Memoiren.

„Es hat nicht sehr viel Spaß gemacht oder mich besonders glücklich gemacht, wie das bei anderen der Fall ist, aber ich habe mich anders gefühlt, und das war mein Hauptziel. Etwas zu fühlen. Anders zu sein“, schrieb Harry. Er sei ein Teenager gewesen, der gegen das Establishment habe rebellieren wollen – zumindest habe er sich dies selbst so erklärt.Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergründe und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.

Auch von seinen Einsätzen als Soldat berichtet Prinz Harry in seinem Buch. Nach eigenen Schilderungen habe er in Afghanistan 25 Menschen getötet. „Eine der wichtigsten Dinge, die ich in der Armee gelernt habe, ist, dass ich für meine eigenen Handlungen verantwortlich bin. Also meine Zahl: 25“, schreibt Harry dem Sender Sky News zufolge in seinen Memoiren in Bezug auf die Zahl der von ihm getöteten Menschen bei seinen Einsätzen.

„Das war nichts, was mich zufrieden gemacht hat, aber auch nichts, wofür ich mich geschämt habe.“ Auch als regelmäßiger Tagträumer gebe es jedoch Realitäten, die man nicht ändern könne, schreibt der 38-Jährige, der mittlerweile mit seiner Familie in Kalifornien lebt, dem Bericht zufolge weiter. 

Spanische Exemplare bereits früher erhältlich

Harrys Autobiografie „Spare“ (deutsch: „Reserve) soll eigentlich am 10. Januar erscheinen. Nach Angaben britischer Medien gelangte das Buch des Prinzen in Spanien jedoch bereits am Donnerstag versehentlich in den Handel.

Sky News berichtete, die Bücher seien in den Auslagen einer großen Buchhandelskette in Spanien verfügbar gewesen, „und dann hastig entfernt worden, nachdem der Fehler auffiel“. Mehrere britische Medien beschafften sich jedoch rechtzeitig Exemplare und berichteten über die Inhalte. Eine Reaktion des Verlags Penguin Random House lag zunächst nicht vor.Neujahrsgeschenk für Kiew Die Panzerlieferungen aus dem Westen sind eine Ohrfeige für Putin

Harry berichtet von körperlichem Angriff durch William

In „Spare“ erzählt der britische Prinz Harry außerdem von einem tätlichen Übergriff seines Bruders William im Jahre 2019. Das berichtet der britische „Guardian“, dem ebenfalls eine Kopie des Buches vorliegt.

Auslöser für den Vorfall, der sich seinen Angaben nach in Nottingham Cottage, seinem damaligen Londoner Wohnhaus, abspielte, soll Harrys Beziehung zu seiner heutigen Ehefrau, Herzogin Meghan, gewesen sein.

William habe Meghan „schwierig“, „unverschämt“ und „ruppig“ genannt, schreibt Harry. Er wirft seinem Bruder vor, mit dieser Wortwahl die Narrative der britischen Boulevardpresse zu adaptieren.

Die Konfrontation der Brüder habe letztlich dazu geführt, so schreibt es Harry, dass William ihn „am Kragen packte, seine Kette zerriss und zu Boden warf“. Er habe sichtbare Verletzungen am Rücken von diesem Vorfall davongetragen.

William soll Initiator des Gesprächs gewesen sein

Initiator des Gesprächs soll William gewesen sein, der über ihre „sich katastrophal entwickelnde“ Beziehung und Probleme mit der britischen Presse reden wollte. Als sein Bruder das Haus betreten habe, sei er bereits „geladen“ gewesen, schreibt Harry.

Nachdem William sich über Meghan beschwert hätte, habe er seinem Bruder enttäuscht entgegnet, dass er mehr von ihm erwartet hätte, schreibt Harry. Das habe sich William nicht gefallen lassen, weshalb sie lautstark zu diskutieren begonnen und sich beleidigt haben sollen.

Prinz Harry und Herzogin Meghan.
Prinz Harry und Herzogin Meghan. 
© dpa/Matt Dunham

William soll dann gesagt haben, dass er nur helfen wolle. Harry schreibt, dass er erwiderte: „Ernsthaft? Entschuldige – so nennst du das hier? Mir helfen?“ Dieser Einwurf habe seinen Bruder so aufgebracht, dass er fluchend auf ihn zukam, so Harry weiter. Das habe ihn so sehr beängstigt, dass er in die Küche lief. Sein Bruder sei ihm gefolgt.

In der Küche habe er William dann ein Glas Wasser gegeben und gesagt, dass er so nicht mit ihm reden könne, schreibt Harry. Daraufhin habe sein Bruder das Wasserglas abgestellt, ihn gepackt und zu Boden geworfen.

William sagte: „Ich habe dich nicht attackiert“

Er sei auf dem Hundenapf aufgeschlagen, der unter ihm zerbrochen sei, schreibt Harry. Teile davon hätten sich in seinen Rücken gebohrt. Nach einem kurzen Moment sei er dann aufgestanden und habe seinem Bruder gesagt, dass er gehen solle.

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William allerdings forderte ihn auf, zurückzuschlagen – als Kinder hätten sie schließlich auch gekämpft. Als er ablehnte, habe sein Bruder das Haus verlassen, schreibt Harry. Kurze Zeit später sei er zurückgekehrt und habe sich zunächst aufrichtig entschuldigt. Dann soll er gesagt haben: „Du musst Meg davon nichts erzählen.“

Er habe dann geantwortet, ob William die Attacke meine, schreibt Harry. Daraufhin habe sein Bruder entgegnet: „Ich habe dich nicht attackiert.“

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Harry schreibt, dass er Meghan nicht sofort davon erzählt habe, sondern zunächst mit seinem Therapeuten gesprochen habe. Meghan allerdings fielen die Verletzungen am Rücken auf, woraufhin er ihr von der Attacke seines Bruder erzählte. Sie sei nicht überrascht gewesen, sondern vielmehr „unglaublich traurig“. (Tsp, dpa)

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