Dem Lieblingssohn von Queen Elizabeth droht wegen Missbrauchsvorwürfen der Prozess in den USA: Die königliche Familie rückt von Prinz Andrew ab, nun sind auch seine sozialen Netzwerke nicht mehr abrufbar.
Inmitten der Missbrauchsvorwürfe in den USA sind mehrere Social-Media-Profile von Prinz Andrew gelöscht oder auf privat gestellt worden. Bei Twitter und YouTube kommt bei der Suche nach dem Herzog von York eine Fehlermeldung. Die Seiten bei Instagram und Facebook schienen zunächst noch zu funktionieren, aber die Instagram-Seite war auf einen privaten Zugang beschränkt.
Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre wirft dem Queen-Sohn vor, sie vor gut 20 Jahren als Minderjährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Sie fordert Schadensersatz. Giuffre behauptet, der mittlerweile gestorbene US-Unternehmer Jeffrey Epstein und seine Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell, die kürzlich in dem Fall schuldig gesprochen wurde, hätten sie an Andrew vermittelt und sie zum Sex mit dem Adligen gedrängt. Der Prinz weist dies kategorisch zurück.
In der vergangenen Woche hatte der US-Bezirksrichter einen Antrag auf Verfahrenseinstellung »in jeder Hinsicht« abgeschmettert. Die Vorwürfe seien klar, eindeutig und »juristisch hinreichend« für eine Verhandlung, schrieb der Richter in seiner Entscheidung. Ohne außergerichtliche Einigung droht Andrew nun der Prozess.
Druck auf Andrew steigt
Wegen der Vorwürfe und seiner früheren Kontakte zu dem mittlerweile toten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gab Andrew bereits 2019 seine royalen Pflichten auf und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Inzwischen ist er die Bezeichnung »Königliche Hoheit« und seine militärischen Ehrentitel los. Mehr als 150 Veteranen der Royal Navy, Royal Air Force und der britischen Armee hatten sich zuvor in einem offenen Brief an die Queen gewandt und diese aufgefordert, ihn von seinen Rollen zu entbinden.
Doch der Druck steigt weiter, dass Andrew alle Auszeichnungen zurückgibt und royalen Brücken abbricht, um sich tatsächlich als normaler Bürger einem wahrscheinlichen Zivilprozess zu stellen. Ein Stadtrat der nordenglischen Stadt York, Namensgeberin seines Titels Herzog von York, forderte, Andrew die traditionelle Bezeichnung zu entziehen. Nun scheint er auch seine offiziellen Seiten in den sozialen Netzwerken los zu sein.
hba/dpa/AFP





