Medienberichte

Offenbar weitere Mordanklage gegen US-Millionär Robert Durst

22.10.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Millionär und Immobilienerbe Robert Durst während des Mordprozesses im März 2020 Foto: ALEX GALLARDO / AFP

Robert Durst wurde bereits ein Mord nachgewiesen – an einer Freundin. Jetzt soll Medienberichten zufolge erneut eine Mordanklage gegen ihn eingereicht worden sein. Der Vorwurf: Er habe auch seine Ehefrau getötet.

Erst kürzlich wurde der US-Millionär Robert Durst, 78, wegen Mordes an einer engen Freundin zu lebenslanger Haft verurteilt. Möglicherweise muss er sich schon bald erneut vor Gericht verantworten: Gegen Durst sei eine Mordanklage wegen des Verschwindens seiner damaligen Ehefrau Kathie McCormack Durst eingereicht worden, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Behörden in Lewisboro nördlich der Metropole New York City. McCormack Durst war 1982 spurlos verschwunden und wurde nie gefunden – und bislang war noch nie Anklage im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden erhoben worden.

Erst in der vergangenen Woche wurde der Immobilienerbe in Los Angeles wegen Mordes an seiner Freundin Susan Berman vor über 20 Jahren zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt. Rund einen Monat zuvor war Durst von einem Geschworenengericht für schuldig befunden worden, Berman in der Weihnachtszeit im Jahr 2000 in ihrem Haus in Beverly Hills erschossen zu haben.

Der unter anderem an Blasenkrebs erkrankte Durst erschien in einem Rollstuhl sitzend im Gerichtsgebäude. Zuletzt war er auch an Covid-19 erkrankt. Seine Anwälte kündigten an, in Berufung gehen zu wollen.

Schon 2003 stand Durst vor Gericht

Durst stand auch schon früher vor Gericht. 2003 gestand er, einen Nachbarn zwei Jahre zuvor in Galveston im US-Bundesstaat Texas getötet und zerstückelt zu haben. Die Tötung sei in Notwehr erfolgt, er sei in Panik geraten und habe beschlossen, die Leiche zu zerstückeln. Durst wurde freigesprochen. Laut Staatsanwaltschaft wollte Durst die Identität des Mannes stehlen, um den Ermittlungen zum Verschwinden seiner Frau zu entgehen.

In der HBO-Dokumentation »The Jinx« aus dem Jahr 2015 schien Durst die Morde zu gestehen. Er ging auf die Toilette, während er noch ein eingeschaltetes Mikrofon trug. Das zeichnete eine Reihe von Kommentaren auf, die wie ein Geständnis wirkten. »Du bist erwischt! Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich«, sagte er. Die Abschriften der Tonaufnahmen vor Gericht zeigten Medienberichten zufolge jedoch, dass die Zitate zusammengefügt und bearbeitet worden waren, um sie in eine andere Reihenfolge und einen anderen Kontext zu bringen. jso/dpa

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