Als erster Großsponsor der WM

Nach heftiger Katar-Kritik: Sport-Riese Adidas gibt Statement ab

22.11.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Der deutsche Sportartikel-Riese Adidas hat am Dienstag (22. November 2022) ein offizielles Statement abgegeben. Es geht um die anhaltende Kritik an der WM in Katar. Copyright: imago/Christian Schroedter

Am dritten Tag der skandalumwitterten WM in Katar hat sich im deutschen Sportartikel-Riesen Adidas ein erster Großsponsor zu Wort gemeldet. Das Unternehmen reagierte auch auf die „One Love“-Affäre.

Keine WM hat jemals so hohe Wellen geschlagen wie das umstrittene Wüsten-Turnier in Katar. Die anhaltenden Skandale und die heftige internationale Kritik am Gastgeberland und an der FIFA haben Folgen – auch für die Groß-Sponsoren des Events.

Tatsächlich kommt nur noch einer der 14 WM-Großsponsoren aus Europa: Dabei handelt es sich um den Sportartikel-Riesen Adidas. Und das Traditionsunternehmen aus Herzogenaurach gerät nun ebenfalls unter Beschuss.

Kritik an WM in Katar: Groß-Sponsor Adidas gibt Statement ab

Bereits am Samstag (19. November 2022), einen Tag vor dem WM-Start, hatten in Berlin Umwelt-Aktivisten vor dem Flagship-Store des Unternehmens gegen das Adidas-Engagement in Katar protestiert. Der Vorwurf der Gruppe „Extinction Rebellion“ an den Sportartikel-Riesen: „Tausende von toten Wanderarbeitern, entsetzliche Menschenrechtsverletzungen, massive CO2-Emissionen, Greenwashing, Verfolgung von LGBT-Personen, Korruption. Wie viele Gründe für einen Boykott der Fifa-Fußballweltmeisterschaft in Katar brauchen wir noch?“ Unter anderem ist Adidas auch Ausrüster des DFB-Teams und stellt den offiziellen Spielball für die WM 2022.

Am Dienstag (22. November), einen Tag nach dem Wirbel um das FIFA-Verbot der „One Love“-Binde, gab Adidas nun ein offizielles Statement ab – als erster Groß-Sponsor des Wüsten-Events.

So erklärte Sprecher Oliver Brüggen: „Wir sind davon überzeugt, dass Sport offen für alle sein muss. Wir unterstützen unsere Spieler*innen und Teams, wenn sie sich für positiven Wandel einsetzen. Sport bietet wichtigen Themen eine Bühne.“ Weiter erklärte Brüggen: „Es ist unerlässlich, die Diskussion fortzuführen.“ Inwieweit das Unternehmen aber tatsächlich im Austausch mit der FIFA und den WM-Organisatoren steht, blieb unklar.

Dennoch ist klar: Auch die Geldgeber der WM geraten zunehmend unter Druck. Ebenfalls am Dienstag war bekannt geworden, dass die Kölner Handelskette Rewe ihre Partnerschaft mit dem DFB mit sofortiger Wirkung ruhen lässt und auf ihre Werberechte vor Ort verzichtet. Die gemeinsame Partnerschaft sei bereits im Oktober beendet worden. (kos)

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