Drohung mit der Veröffentlichung von Fotos

Mutmaßlicher Schumacher-Erpresser soll Türsteher aus Konstanz sein

03.07.2024
Lesedauer: 3 Minuten
Michael Schumacher im Jahr 2012: Bilder von seinem Skiunfall im Umlauf? Foto: Diego Azubel / dpa

Zwei Männer aus Wuppertal sollen versucht haben, die Familie von Formel-1-Legende Michael Schumacher zu erpressen. Jetzt kommen Details zu den Tatverdächtigen ans Licht.

Seit Mitte Juni sitzen ein Mann und sein Sohn in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, die Familie des Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher erpresst zu haben.

Wie jetzt der »Südkurier « berichtet, soll es sich bei dem Älteren um einen Türsteher handeln, der jahrelang in der Konstanzer Diskothek »Grey« gearbeitet habe, dem größten Klub am Bodensee, wie es hieß.

Bereits am Mittwoch, den 19. Juni, gegen zwölf Uhr sollen Ermittler der Kriminalpolizei den Arbeitsplatz des 53-Jährigen aufgesucht haben. Vater und Sohn wurden noch am selben Tag auf einem Discounter-Parkplatz im hessischen Groß-Gerau festgenommen. Sie sollen auf dem Weg von Wuppertal nach Konstanz gewesen sein, so der »Südkurier« weiter. Der Türsteher habe in Konstanz einen Zweitwohnsitz gehabt.

Gedroht, Dateien im Darknet zu veröffentlichen

Weitere sieben Objekte seien durchsucht worden, darunter die Wuppertaler Wohnung des Türstehers, berichtete die »Bild «-Zeitung. »Durch technische Maßnahmen konnte ermittelt werden, dass die Erpresser von Wuppertal aus handelten«, sagte Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert dem Blatt.

Laut Staatsanwaltschaft haben die Erpresser »gegenüber Mitarbeitenden der Familie behauptet, über Dateien zu verfügen, an deren Nichtveröffentlichung die Familie interessiert sein dürfte«. Diese wurden an die Familie Schumacher gesandt. Die Erpresser drohten mit einer Veröffentlichung im Darknet und forderten eine Zahlung in Millionenhöhe.

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal bestätigte am Mittwoch, dass die Familie des ehemaligen Rennfahrers mit Fotos aus dem privaten Bereich erpresst worden ist. Das habe die erste Auswertung der bei den Tatverdächtigen gefundenen Datensätze ergeben. Es handle sich um »ein erstes Zwischenergebnis«.

Der mutmaßliche Erpresser soll bereits 2017 in der Disco »Grey« gearbeitet haben, als es dort zu einer Gewalttat kam. Damals tötete ein Mann mit einem Sturmgewehr einen Türsteher und verletzte mehrere Gäste. Der Schütze wurde von der Polizei erschossen.

Fotos des verunglückten Rennfahrers?

Laut »Südkurier« soll der Türsteher schon länger über diese Dateien verfügen, die angeblich die Formel-1-Legende kurz nach einem schweren Skiunfall zeigen. Bereits vor zwei Jahren habe der Tatverdächtige das Material zwei Personen angeboten, mit denen er die Erpressung durchführen wollte. Diese hätten aber abgelehnt.

Michael Schumacher war am 29. Dezember 2013 im französischen Méribel verunglückt und hatte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Beide Tatverdächtige vorbestraft

Sollten Vater und Sohn vor Gericht kommen und verurteilt werden, droht ihnen jahrelange Haft. Beide sollen den Berichten zufolge mehrfach vorbestraft sein, der Vater unter anderem wegen Diebstahls, Körperverletzungen, Betrugs und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Laut »Südkurier« hat der tatverdächtige 30-jährige Sohn des Türstehers bereits Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Der Singener Rechtsanwalt Wolfgang Hoppe, zu dessen Mandanten auch Ex-Radprofi Jan Ullrich gehört, sagte der Zeitung, er hoffe, dass der Haftbefehl gegen seinen Mandanten bald außer Vollzug gesetzt werde. Einen Antrag auf Haftprüfung habe er bisher nicht gestellt. Ob sich der tatverdächtige Türsteher ebenfalls eingelassen hat, ist nicht bekannt. 

ala

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