Kostüm-Streit an Berliner Schulen

Mädchen sollen sich nicht mehr als Prinzessin verkleiden

12.02.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Das Mädchen als Prinzessin, der Junge als Bob der Baumeister? Das Stereotyp soll beim Karneval verschwinden Foto: Getty Images/Tetra images RF

Berlin – Mit der Augenklappe als Pirat, mit Kleid und Krönchen als Prinzessin: An Karneval darf jedes Kind sich in das hineinträumen, was es gern mal wäre – so war es bislang.

In Elternkreisen an Berliner Schulen kursiert aktuell ein Schreiben zum Thema „Fasching – vorurteilsbewusst feiern“. Der vierseitige Infotext aus dem Jahr 2016 wurde vom Institut für Situationsansatz herausgegeben, gefördert vom Bundesfamilienministerium.

So sieht der Karneval-Knigge aus; Foto: KiDs/Institut für den Situationsansatz (ISTA)

Darin kritisieren die Absender „Verkleidungen, die rassistische, kulturalisierende oder geschlechtsstereotype Bilder bedienen“.

Heißt: Nicht nur das Indianerkostüm soll nicht mehr zeitgemäß sein, sondern auch andere Verkleidungen, die traditionell Mädchen oder Jungs zugeschrieben werden.

Die Prinzessin oder der Pirat: Nicht mehr erwünscht! Meerjungfrau und Superheld: zu stereotyp!

Ein Junge im Piratenkostüm; Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Tetra Images

Die Begründung: Alle Kostüme würden für ein bestimmtes Persönlichkeitsprofil stehen. Hübsch, niedlich, hilflos die einen, furchtlos und kampfbereit die anderen. Alternative Vorschläge: Die Kinder können sich statt als Indianer als Wald-Elf verkleiden oder als Fee mit Pfeil und Bogen.

Kritik an dem Schreiben kommt von der CDU. „Die Auswahl von Faschingskostümen für Kinder sollte durch Spaß und Lust auf das Verkleiden bestimmt werden“, sagt der bildungspolitische Sprecher der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Lars Bocian (54). „Der Wunsch des Kindes steht hier im Vordergrund und nicht die gender-ideologischen Ambitionen von Erwachsenen.“

Die Anregungen könnten für Pädagogen wie für die Familien hilfreich sein, über Fasching nachzudenken, „und damit die Entscheidungen für das jeweilige Kostüm neu zu treffen“, sagt hingegen Berlins Landeselternsprecher Norman Heise.

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