Das IOC will russische und belarussische Athleten nicht länger von Wettkämpfen ausschließen. Hessens Innenminister Beuth fordert eine Änderung der olympischen Charta.
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) fordert vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dass Nationen, die wie Russland einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führen, nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen. Dafür solle die Olympische Charta um eine Passage erweitert werden, sagte Beuth auf der Sportministerkonferenz in Frankfurt am Main.
Das IOC hatte den Weltverbänden vor einigen Wochen empfohlen, Sportlerinnen und Sportler aus Russland und Belarus als neutrale Athleten wieder zu Wettkämpfen zuzulassen – sofern diese bestimmte Bedingungen erfüllen. Hierzu zählen strikte Neutralität, die Einhaltung des Antidopingcodes und der Nachweis, den Krieg nicht aktiv zu unterstützen. Wer dem Militär angehört, bleibt ebenso ausgeschlossen. Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte sich gegen jegliche Wiederzulassung ausgesprochen.
„Gespaltenes Meinungsbild“ in der Sportwelt
„Russland und Belarus sollen gar nicht erst die Möglichkeit erhalten, die Teilnahme der Sportler zu kriegspropagandistischen Mitteln zu missbrauchen„, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert im Interview der Heilbronner Stimme. Er nehme zur Kenntnis, „dass wir mit unserer Haltung derzeit einer Minderheit im internationalen Sport angehören“. Das IOC müsse dieses „gespaltene Meinungsbild“ berücksichtigen.
Beuth sagte, die IOC-Empfehlung, russische und belarussische Athleten wieder zuzulassen, habe die Sportwelt gespalten. „Die Wiederzulassung auch nur einzelner russischer Athleten ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt das völlig falsche Signal“, sagte der hessische Innenminister mit Blick auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris.






