Disney arbeitet an einer Neuauflage seiner Zeichentrick-Klassiker. Was sich der Medienkonzern dabei vorgenommen hat, ist nach Ansicht des kleinwüchsigen US-Schauspielers Peter Dinklage jedoch mitunter scheinheilig.
Peter Dinklage ist seit seiner Rolle als Tyrion Lannister in »Game of Thrones« dafür bekannt, nicht um den heißen Brei herumzureden – so auch aktuell bei der anstehenden Neuverfilmung von »Schneewittchen« durch den US-Medienkonzern Disney.
Der 52-jährige, kleinwüchsige Darsteller attestierte den Machern des Films im WTF-Podcast mit Schauspielkollege Marc Maron Scheinheiligkeit.
Es sei heuchlerisch, einerseits damit zu werben, dass man sehr stolz sei, für die Rolle von Schneewittchen eine Latina-Schauspielerin gewonnen zu haben – und andererseits »machen sie immer noch diese verdammt rückständige Geschichte von sieben Zwergen, die in einer Höhle leben«.
Gal Gadot als böse Königin
»Was zum Teufel«, habe er sich gefragt, erzählt er – und ob er als kleinwüchsiger Schauspieler nicht laut genug gewesen sei, damit derlei Stereotype nicht mehr verfangen.
Der »West Side Story«-Darstellerin Rachel Zegler, die sich selbst kürzlich als »weiße Latina« bezeichnete, und die die Rolle des Schneewittchens übernehmen soll, machte er indes keinen Vorwurf. Er frage sich, warum Disney nicht darauf geachtet habe.
Dinklage sagte, er wäre bei der Neuverfilmung womöglich sogar dabei gewesen, wenn man dem Grimm-Märchen einen progressiven Dreh verpasst hätte. Neben Zegler soll auch Gal Gadot in dem Film mitspielen – in der Rolle der bösen Königin. Der Streifen, bei dem Marc Webb Regie führt, soll eine Neuauflage des Disney-Zeichentrickklassikers von 1937 werden.
Dass die Neuverfilmung des Märchens mitunter problematisch sein kann, hätte man laut britischem »Guardian« 2012 bereits wissen können: Für »Snow White and the Huntsman« hatten durchschnittlich große Schauspieler die Kleinwüchsigen gespielt, deren Köpfe dann am Computer auf kleine digitale Körper gesetzt worden seien.
Eine Vereinigung von Kleinwüchsigen in Amerika habe daraufhin protestiert und das mit »Blackfacing« verglichen, also dem Phänomen, wenn Weiße sich schwarz anmalen, um Schwarze darzustellen, was häufig als sehr beleidigend empfunden wird.
Wie genau Regisseur Webb mit diesen Problemen umgehen will, ist offen. Außer den Hauptrollen ist bislang wenig über den Inhalt bekannt – auch nicht die Frage der »sieben Zwerge«.
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