Über kaum einen Kabarettisten empörte sich die mediale Öffentlichkeit mehr als über Serdar Somuncu. Nun nimmt er desillusioniert Abschied von der Bühne: „Manchmal habe ich den Eindruck, wir leben in einer Gesellschaft, die sich ständig gegenseitig ausspioniert und denunziert.“
WELT: Sie sprechen über den Ukrainekrieg, kritisieren Waffenlieferungen und die lange vorherrschende Diskursverengung bei den Corona-Maßnahmen. Warum hören Sie in einem zeithistorisch so interessanten Moment auf?
Serdar Somuncu: Noch nie war Satire so angepasst, so brav und so regierungskonform. Wir haben eine Scheißregierung, die macht, was sie will. Eine Außenministerin, die sich durch die Weltgeschichte stottert und überall Porzellan zerbricht. Und keiner schafft es, eine dezidierte Kritik zu äußern. Oder zu sagen: Nicht alle, die die Ukraine-Politik der Bundesregierung kritisieren, sind Rechte oder der AfD nah, sondern es gibt einen Großteil in dieser Bevölkerung, der das, was sie gerade macht, nicht gut, sogar gefährlich findet.





