3000 Autos in Rüsselsheim

Grüne verbieten größtes Oldtimertreffen

21.06.2023
Lesedauer: 3 Minuten
Alte Autos stehen auf den Main-Wiesen: Für Naturschützer eine Umweltsünde Foto: Pressefotografie Storch, Bad Hg.

Rüsselsheim – Eiskalt abgewürgt von einer grünen Politikerin.

Das größte eintägige Oldtimertreffen Deutschlands darf nicht stattfinden. Verboten! 4 Tage, bevor es gestartet hätte. Die Obere Naturschutzbehörde, die der grünen Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (62) in Darmstadt unterstellt ist, hat Oldtimertreffen stoppen lassen – aus Naturschutz-Gründen!

3000 klassische Autos bis zum Baujahr 1989 kommen seit 2001 jährlich im Rüsselsheimer Stadtpark und an den Mainwiesen am Ufer des Mains zusammen. Ein Volksfest der schönsten Autos – mit Picknick-Atmosphäre zwischen den Fahrzeugen. 30 000 Besucher, hauptsächlich Familien! Jetzt das dramatische Aus.

Stadt Rüsselsheim entmachtet – wegen Naturschutz

Die Stadt Rüsselsheim reagiert schockiert: „Eine fachliche Weisung der Oberen Naturschutzbehörde untersagt es der Stadt Rüsselsheim, das Klassikertreffen zu genehmigen oder zu dulden.“

In der Autostadt Rüsselsheim ist man stolz auf seine technische Geschichte
In der Autostadt Rüsselsheim ist man stolz auf seine technische Geschichte
Foto: Pressefotografie Storch, Bad Hg.

Das Treffen sollte am 25. Juni stattfinden, ist Aushängeschild der Autostadt Rüsselsheim. Geklagt hatte dagegen der BUND Naturschutz. Nachdem die Obere Naturschutzbehörde der grünen Regierungspräsidentin Lindscheid das Treffen untersagt hatte, ging die Stadt Rüsselsheim mit einem Eilantrag vor.

Und scheiterte vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt – bei der 6. Kammer, die für Natur- und Landschaftsschutzrecht zuständig ist.

Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (62) war vor der Amstübernahme Darmstädter Fraktionsvorsitzende der Grünen. Das Foto zeigt sie im Jahr 2011
Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (62) war vor der Amstübernahme Darmstädter Fraktionsvorsitzende der Grünen. Das Foto zeigt sie im Jahr 2011
Foto: picture alliance / dpa

► Die Stadt Rüsselsheim weiter: „Der rechtliche Streit bezieht sich auf die Einbeziehung der Mainwiesen und der Frage, ob die Stadt Rüsselsheim (…) zu Recht oder zu Unrecht eine Genehmigung der Veranstaltung in diesem Landschaftsschutzgebiet ausgesprochen hat.“

Heißt: Die Stadt Rüsselsheim durfte auf ihrer städtischen Fläche nicht erlauben, dass Autos darauf fahren. Naturschutz wiegt schwerer!

Picknick-Atmosphäre beim Klassikertreffen – das wollen die Naturschützer nicht haben
Picknick-Atmosphäre beim Klassikertreffen 2015 – das wollen die Naturschützer nicht haben
Foto: Pressefotografie Storch, Bad Hg.

Rüsselsheims Bürgermeisterkandidat Steffen Jobst (53): „Dass das Klassikertreffen sehenden Auges an die Wand gefahren wurde, ist das Ergebnis der etablierten Parteien.“

Dr. Stefan Naas (49), kulturpolitischer Sprecher der Freien Demokraten im Hessischen Landtag: „Wie so oft zeigt die grüne Regierungspräsidentin kein Fingerspitzengefühl: Jahrelang findet dieses Fest ohne Probleme am selben Ort statt, ohne dass das RP eingeschritten ist, auf einmal wird es kurzfristig untersagt. Man sucht kein milderes Mittel oder eine gemeinsame Lösung.“

Die Veranstalter müssen alles wieder für das Treffen abbauen. Der Frust bei Oldtimer-Ausstellern und Besuchern ist in der Autostadt riesig.

Naas weiter: „Die kurzfristige Absage schadet der Stadt, den Bürgern und den vielen betroffenen Unternehmen. Was jahrelang ging, geht auf einmal nicht mehr – das schädigt das Vertrauen in den Staat.“

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

zwölf + achtzehn =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Anklage wegen Menschenhandels und sexueller Gewalt
18.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien