Donald Rumsfeld ist am Dienstag im Alter von 88 Jahren in Taos (US-Bundesstaat New Mexico) gestorben. Das teilte die Familie des früheren US-Verteidigungsministers am Mittwoch mit.
„In tiefer Trauer teilen wir die Nachricht vom Ableben von Donald Rumsfeld mit, einem amerikanischen Staatsmann und hingebungsvollen Ehemann, Vater, Großvater und Urgroßvater“, hieß es in der Erklärung. Die Familie sei in den letzten Stunden bei ihm gewesen.
Der Republikaner war von 2001 bis 2006 Pentagon-Chef unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush (74). Rumsfeld gilt als Chefplaner des Militäreinsatzes im Irak, der den Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein zum Ziel hatte.
In seine Amtszeit fiel auch der US-Einsatz in Afghanistan als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September in den USA.


► Bush würdigte Rumsfeld als einen Mann „von Intelligenz, Integrität und fast unerschöpflicher Energie“. Er habe sich nie davor gescheut, harte Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen, schrieb er in einem Statement. „Wir trauern um einen vorbildlichen Staatsdiener und sehr guten Mann“, fügte Bush hinzu.
▶ Mit 30 Jahren wurde der Republikaner ins Repräsentantenhaus gewählt. 1969 schied er aus dem Parlament aus, um unter Präsident Richard Nixon verschiedene Beraterfunktionen auszuüben.
▶ Unter Ex-Präsident Gerald Ford war Rumsfeld von 1975 bis 1977 der jüngste Verteidigungsminister der US-Geschichte – im Kabinett Bush seinerzeit der älteste.
Rumsfeld wurde am 9. Juli 1932 im Bundesstaat Illinois im Mittleren Westen der USA geboren. Sein Großvater stammte aus Bremen. Nach seinen Jahren als Pilot und Fluglehrer bei der US-Marine kam Rumsfeld 1957 nach Washington, wo er für einen Kongressabgeordneten arbeitete.
Bei den europäischen Verbündeten war Rumsfeld wegen seiner Einstufung Deutschlands und Frankreichs als „altes Europa“ berühmt-berüchtigt.
▶ Gut vier Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt rechnete Rumsfeld mit den einstigen Irakkriegsgegnern Gerhard Schröder und Jacques Chirac ab. In seinen Memoiren lastete er dem damaligen deutschen Bundeskanzler und dem französischen Ex-Präsidenten an, mit ihrer Opposition die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Androhung einer Militäraktion untergraben zu haben.
In seiner Autobiografie bekamen auch US-Politiker ihr Fett weg. So meinte Rumsfeld über die Demokraten Bill Clinton, John Kerry und Joe Biden: Mit denen möchte man nicht in einem Schützengraben liegen.
Und auch Obamas ehemaliger Gegenkandidat in den Präsidentschaftswahlen, John McCain, wurde nicht geschont. McCain habe ein „reizbares Gemüt“ und den Hang, seine Position zu wechseln, um Anklang in den Medien zu finden, so Rumsfeld.


Rumsfeld hatte viele Kritiker. Der ehemalige US-Senator John McCain sagte 2007 über seinen Parteikollegen, dieser werde „als einer der schlechtesten Verteidigungsminister überhaupt in die Geschichte eingehen“. In Verbindung mit dem Krieg war Rumsfeld nach einer schweren Schlappe der Republikaner bei Kongresswahlen zurückgetreten.
Der US-Senat warf Rumsfeld 2008 eine Mitverantwortung für Menschenrechtsverletzungen in US-Haftlagern vor. Insbesondere der Skandal um das Gefängnis in Abu Ghoreib bei Baghdad brachte Rumsfeld in Bedrängnis. Dass er nach der Bekanntwerdung des Skandals im Mai 2004 nicht als Pentagon-Chef zurücktrat, beurteilte Rumsfeld später als seinen größten Fehler.
Rumsfeld haftete zudem der Vorwurf an, 2002 mit der Genehmigung „aggressiver Verhörtechniken“ bei mutmaßlichen Terroristen im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba zu späteren Misshandlungen beigetragen zu haben. Nach seiner politischen Karriere wechselte Rumsfeld in die Privatwirtschaft.





