Musikmanager Ashraf Rammo im Prozess

„Bushido und Arafat waren wie ein altes Ehepaar, das zankt“

16.08.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Ashraf Rammo nennt sich „Musikberater“. Am Montag kam er in den Zeugenstand. Foto: Olaf Wagner

Dienstag vor einem Jahr begann der Prozess um Bushidos Ex-Manager Arafat Abou-Chaker. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht …

Der ehemalige Kumpel des Rappers (45) soll 2017 Millionen für die Trennung ihrer Geschäfte verlangt haben. Versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Beleidigung sind angeklagt.

Anis „Bushido“ Ferchichi (42) sagte 25 Tage lang aus, seine Ehefrau Anna-Maria (39) drei Tage. Seither ist sie als Zeugin entschuldigt (erwartet Drillinge).

Clan-Boss Arafat Abou-Chaker ist mit seinen drei Brüdern angeklagt (Foto: Olaf Wagner)
Clan-Boss Arafat Abou-Chaker ist mit seinen drei Brüdern angeklagt (Foto: Olaf Wagner)

Die vier Abou-Chaker-Brüder auf der Anklagebank schweigen weiter. Am 43. Verhandlungstag war am Montag Ashraf Rammo (auch Remmo oder Rammou genannt) geladen. Schwarze Hose, schwarzes Hemd, weiße Sneaker. Der 39-Jährige nennt sich „Musikberater“, stammt aus einem der berüchtigsten Clans Berlins.

Der Bushido-Freund sagte aus über …

► … die Abou-Chakers: „Wir wuchsen zusammen auf. Machten aber nie zusammen Geschäfte.“

 … Bushidos Verhältnis zu Clan-Boss Arafat: „Innig. Die gab es 17 Jahre nur zusammen. Bushido erzählte beim Kaffee, sie hätten gestritten und wollten sich trennen. Arafat sagte: Ich hab‘ keinen Bock mehr, erst fahre ich nach Mekka, dann die Trennung. Die waren wie ein altes Ehepaar, das zankt. Ich stellte keine Fragen. Arafat hatte 30 Prozent, glaube ich. Bushido wollte ihm das drei Jahre weiter zahlen. Die trafen sich oft.“

► … seine Rolle: „Ich bin kein Mensch, der sich aufdrängt. Es war nicht meine Baustelle. Ich mischte mich nicht ein. Ich bin nicht der starke Mann. Ich war nie bei ihren Treffen dabei. In einem Auflösungsvertrag fließt Geld. Aber manchmal muss man eben auf sein Recht verzichten und seiner Wege gehen …“

► … seine Zeit als Bushido-Manager: „Arafat hat mich ein bisschen missverstanden, dass ich einen Keil treiben will zwischen ihn und Bushido. War aber nie der Fall! Ich bin seit 2005 in der Musikbranche. Anis hat sich mit vielen Künstlern verworfen.“

Er habe sich bemüht, ein ordentlicher Manager für ihn zu sein, habe 20 Prozent bekommen. Rammo: „War ‘ne gute Zeit. Ich verhandelte mit Sony und Universal. Lag nicht an mir, dass wir uns so schnell wieder trennten. Aber mit der Polizei im Rücken geht das alles nicht …“

Sagten bereits mehrfach als Zeugen aus: Bushido und seine schwangere Ehefrau Anna-Maria (Foto: anna_maria_ferchichi/Instagram)
Sagten bereits mehrfach als Zeugen aus: Bushido und seine schwangere Ehefrau Anna-Maria (Foto: anna_maria_ferchichi/Instagram)

Als Bushidos Familie durch den Abou-Chaker-Clan in Gefahr geraten sei, packte der Rapper bei der Staatsanwaltschaft aus. Seither hat die Familie im Personenschutz.

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