Staatsanwaltschaft fordert sechs Jahre Haft

Bringt Bunga-Bunga-Ruby Berlusconi in den Knast?

25.05.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Die damals 17-jährige marokkanische Nachtclubtänzerin namens Ruby spielte in der Bunga-Bunga-Affäre eine zentrale Rolle Foto: REUTERS

Die legendären Bunga-Bunga-Partys haben ein Nachspiel.

Die Mailänder Staatsanwaltschaft fordert eine sechsjährige Haftstrafe für Italiens ehemaligen Regierungschef Silvio Berlusconi (85) wegen Bestechung.

Sie begründete am Mittwoch das Strafmaß mit dem Vorwurf, im Jahr 2013 habe der Unternehmer 24 zumeist junge Gäste seiner Bunga-Bunga-Partys dafür bezahlt, in einem früheren Prozess zu lügen.

In dem Verfahren ging es um den Vorwurf der Prostitution mit Minderjährigen. Demnach soll Berlusconi Sex mit einer damals 17-jährigen marokkanischen Nachtclubtänzerin namens Ruby gehabt haben.

Der Skandal um die Bunga-Bunga-Partys trug zu Berlusconis Sturz als Ministerpräsident 2011 bei.

Damals war er bereits zum vierten Mal Regierungschef. Der Vorsitzende der Mitte-Rechts-Partei Forza Italia wurde in einem Berufungsprozess um den Missbrauch einer Minderjährigen freigesprochen. In dem derzeitigen Bestechungsprozess plädiert er auf nicht schuldig.

Der Skandal um die Bunga-Bunga-Partys trugen zu Silvio Berlusconis Sturz als Ministerpräsident 2011 bei
Der Skandal um die Bunga-Bunga-Partys trug zu Silvio Berlusconis Sturz als Ministerpräsident 2011 bei
Foto: GUGLIELMO MANGIAPANE/REUTERS

Die Staatsanwaltschaft beantragte außerdem Haftstrafen zwischen einem Jahr und sechs Jahren für 27 weitere Angeklagte in dem Fall.

Dazu gehört auch die Nachtclubtänzerin Karima El Mahroug, in Italien besser bekannt unter ihrem Künstlernamen „Ruby the Heartstealer“ (Ruby, die Herzen-Stehlerin). Nach Ansicht der Strafverfolger soll sie wegen der Annahme von Bestechungsgeldern fünf Jahre ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft forderte das Gericht auf, mutmaßliche Bestechungsgelder im Umfang von 10,8 Millionen Euro von Berlusconi und fünf Millionen Euro von El Mahroug zu beschlagnahmen.

Außerdem sollten vier Häuser in Mailand konfisziert werden, die Berlusconi angeblich denjenigen zur Verfügung gestellt hat, die er für seine Lügen bezahlt haben soll. Berlusconi, Gründer des Medienunternehmens Mediaset, muss sich auch in zwei weiteren Prozessen in Rom und Siena wegen Bestechungsvorwürfen verantworten.

Alle drei Verfahren wurden aufgrund der häufigen gesundheitlichen Probleme des 85-jährigen Wirtschaftsmagnaten wiederholt unterbrochen. Gesundheitliche Probleme sollen auch der Grund gewesen sein, warum Berlusconi vergangenen Januar seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl zurückzog.

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