Früheres In-Extremo-Mitglied

Boris Pfeiffer stirbt bei Demo gegen Coronamaßnahmen

26.01.2022
Lesedauer: 3 Minuten
Boris Pfeiffer: Der Musiker spielte 26 Jahre lang bei der Band In Extremo Foto: Daniel Karmann / dpa

Bis vor einem Jahr war er Dudelsackspieler der Mittelalter-Rockband In Extremo. Bei einer Coronademo im brandenburgischen Wandlitz ist Boris Pfeiffer nun zusammengebrochen. Kurz darauf starb er, die Polizei ermittelt.

Der Musiker Boris Pfeiffer, Ex-Mitglied von In Extremo, ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nach einer Demonstration gegen die Coronapolitik in Wandlitz bei Berlin gestorben. Der 53-Jährige war langjähriges Mitglied der Mittelalter-Rockband – im Mai 2021 hatte er sich von der Gruppe getrennt, um eigene Wege zu gehen. Zuerst hatte die »Märkische Oderzeitung« über Pfeiffers Tod berichtet.

Die Polizei bestätigte den Vorfall, wollte sich unter Hinweis auf den Datenschutz und mit Rücksicht auf die Familie aber nicht zur Identität des Verstorbenen äußern. Sie teilte mit, ein 53-Jähriger habe am Montagabend bei der Demonstration eine Polizeikette durchbrechen wollen. Beamte stoppten ihn demnach und stellten seine Personalien fest. Danach habe er seinen Weg fortsetzen können. Kurz darauf sei der Mann auf dem Weg zu seinem Auto zusammengebrochen, sagte eine Polizeisprecherin. Er starb wenig später im Krankenhaus.

Kein Widerstand gegen Polizei

Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, ist Gegenstand von polizeilichen Ermittlungen. Nach Polizeiangaben waren weder Polizisten noch andere Demonstranten beteiligt. Polizeibeamte hätten Erste Hilfe geleistet, hieß es. Im Vermerk zur Demo wurde nach Angaben der Sprecherin festgehalten, dass der Mann ohne Widerstand gestoppt werden konnte und es möglich war, seine Personalien aufzunehmen. Erst als er sich wegbewegt habe, sei er zusammengebrochen.

Zum Tod Pfeiffers schrieb die Band bei Facebook: »Bestürzt und mit Bedauern haben wir vom Tod unseres langjährigen Weggefährten Boris erfahren. 24 Jahre gemeinsam auf der Bühne waren mehr als nur ein Moment.« Die Gedanken der Band seien bei seiner Familie. »Wir hoffen, dass es Dir gut geht wo Du jetzt bist!«

Foto: facebook.com

Die Band In Extremo (»Sængerkrieg«, »Sterneneisen«, »Quid Pro Quo«) hatte ihre Anfänge in den Neunzigerjahren und ist vor allem unter Fans von Metal und Mittelalter bekannt. Pfeiffer spielte Dudelsack, Schalmeien und Nyckelharpa.

Im Mai 2021 wurden Differenzen mit Pfeiffer bekannt. Die Band verkündete, dass sie nach über 26 Jahren Bandgeschichte »leider« mitteilen müsse, dass sie vorerst mit nur noch sechs Mitgliedern durch die Lande ziehen werde. »Boris ›Yellow Pfeiffer‹ hat sich dazu entschlossen, andere Wege zu gehen und wird ab sofort nicht mehr Teil der Band sein. Über die vielen Jahre der Zusammenarbeit verändern sich Lebensumstände, Sichtweisen und Prioritäten«, hieß es dort. 

ime/dpa

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