Kanadische Sängerin

Alanis Morissette distanziert sich von Dokumentarfilm über ihr Leben

15.09.2021
Lesedauer: 2 Minuten
Alanis Morissette (im Februar 2020) Foto: Sven Hoppe / dpa

»Nicht die Geschichte, deren Erzählung ich zugestimmt habe«: Alanis Morissette fühlt sich in einer Dokumentation falsch dargestellt. An das Filmteam richtet die Musikerin schwere Vorwürfe.

Schon als sie den ersten Schnitt des Films gesehen habe, sei ihr klar geworden, »dass unsere Visionen tatsächlich schmerzlich voneinander abweichen«: Die kanadische Sängerin Alanis Morissette hat sich verärgert über einen Dokumentarfilm über ihr Leben geäußert.

Kurz vor der Premiere von »Jagged« beim 46. Toronto International Film Festival (TIFF) am späten Dienstagabend (Ortszeit) distanzierte sich die 47-jährige Musikerin in einer Mitteilung von der HBO-Produktion. »Dies ist nicht die Geschichte, deren Erzählung ich zugestimmt habe«, schreibt Morissette.

Die Sängerin ging nicht darauf ein, welche Passagen des Films sie genau ablehnt. Die »Washington Post« hatte vorab berichtet, dass Morissette in »Jagged« darüber spricht, dass sie in den frühen Jahren ihrer Karriere sexuell missbraucht worden sei.

Demnach sagt sie in dem Film: »Ich habe immer gesagt, dass ich zugestimmt hatte, und dann wurde ich daran erinnert: Hey, du warst 15, mit 15 kannst du nicht zustimmen. Jetzt denke ich: Oh ja, das sind alles Pädophile. Das ist alles sexueller Missbrauch von Jugendlichen.« Auf wen sich Morissette dabei bezieht, bleibt im Film unklar.

Morissette hatte für den Film von Regisseurin Alison Klayman längere Interviews gegeben. Nun sagt sie, ihre Geschichte sei »viel zu nuanciert« dafür, dass eine andere Person sie schildern könne. Das Filmteam habe Fakten eingebracht, »die einfach nicht wahr sind«. Zudem habe man ihr in Interviews ein »falsches Gefühl der Sicherheit« vermittelt.

Sängerin wird nicht helfen, den Film zu vermarkten

»Ich habe zugestimmt, an einem Beitrag über die Feier des 25. Jubiläums von [dem Album] ›Jagged Little Pill‹ teilzunehmen und wurde in einer sehr verletzlichen Zeit interviewt«, schrieb Morissette. Sie haben nach einer Geburt unter Depressionen gelitten, so die Musikerin.

Sie habe sich dafür entschieden, an keiner Veranstaltung für »Jagged« teilzunehmen, auch, »weil dieser Film, ähnlich wie viele andere ›Geschichten‹ und nicht autorisierte Biografien, die im Laufe der Jahre erschienen sind, Andeutungen und Fakten enthält, die einfach nicht wahr sind«, erklärte die Sängerin.

Morissette gilt heute auch als feministische Vorreiterin im Pop, sie war gerade Anfang 20, als sie 1996 mit ihrer Platte »Jagged Little Pill« Millionen jungen Frauen aus der Seele sprach. Das Album wurde zu einem der größten Erfolge der Musikgeschichte. 

jok/dpa

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