Hitzewelle in Saudi-Arabien

1301 Pilger sterben in Mekka den Hitzetod

24.06.2024
Lesedauer: 3 Minuten
Ein Pilger ist zusammengebrochen und wird in den Schatten gezogen Foto: AFP via Getty Images

Viele Gläubige reisten illegal ein

Jeder Muslim sollte einmal in seinem Leben nach Mekka (Saudi Arabien) Reisen. Doch für 1301 Pilger endete die muslimische Wallfahrt Hadsch, die wichtigste religiöse Reise in ihrem Leben, in diesem Jahr mit dem Tod. Ursache ist die extreme Hitze mit bis zu 53 Grad.

Diese Zahl teilte der saudische Gesundheitsminister Fahad bin Abdurrahman Al-Dschaladschel zum Ende der Hadsch im saudischen Fernsehen mit. Mehr als vier Fünftel der Toten seien demnach Pilger ohne offizielle Genehmigung.

Bei Temperaturen von über 50 Grad pilgerten über 1,8 Millionen Gläubige in diesem Jahr nach Mekka
Foto: Rafiq Maqbool/Rafiq Maqbool/AP/dpa

Offiziell müssen die Pilger ein spezielles Visum zur Durchführung der Pilgerfahrt Hadsch in Saudi-Arabien beantragen. Viele sollen aber mit Touristenvisa eingereist sein. Nicht registrierte Pilger haben aber keinen Zugang zu den für Pilger vorgesehenen klimatisierten Unterkünften und Transportdiensten. Rund 1,8 Millionen Pilger nahmen in diesem Jahr an der Wallfahrt in Mekka in Saudi-Arabien teil, die zu den fünf Grundpflichten des Islams gehört.

Die Leiche eines Pilgers wurde notdürftig abgedeckt
Foto: privat

Nach Berichten über 660 verstorbene Pilger aus Ägypten hat die Regierung in Kairo erste Konsequenzen gezogen und Entzug der Lizenzen von 16 Reiseveranstaltern angeordnet, wie der staatsnahe TV-Sender Al-Kahira News berichtete. Sie sollen illegal Reisen für nicht registrierte Pilger nach Saudi-Arabien organisiert haben. Es würden strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen eingeleitet, hieß es.

Muslimische Pilger umrunden die Kaaba, das heiligste Heiligtum des Islam, in der Großen Moschee in der heiligen Stadt Mekka
Foto: -/Saudi Press Agency/dpa

„Die Pilger, die während dieser Krise ihr Leben verloren haben, sind größtenteils nicht registriert. Die Reiseunternehmen, die ihre Reisen organisiert haben, haben ihnen keinerlei Dienstleistungen erbracht“, sagte der ägyptische Außenminister Samih Schukri.

Auch in Jordanien wurden Ermittlungen eingeleitet, um „die Umstände rund um die Reisen jordanischer Bürger nach Saudi-Arabien“ aufzuklären. Der tunesische Präsident Kais Saied entließ nach Meldungen über dutzende tote tunesische Pilger seinen Minister für religiöse Angelegenheiten, Brahim Schaibi. Schaibi hatte zuvor „Nachlässigkeit bei der Aufsicht“ ein. Ein Großteil der Opfer sei mit einem Touristenvisum nach Saudi-Arabien eingereist und nicht als Pilger registriert gewesen. Auch in Indonesien, Indien, Jordanien, Iran, Malaysia, Senegal und Pakistan wurden Tote gemeldet.

Mekka gilt als die Geburtsstadt Mohammeds, des Propheten des Islam. Das wichtigste Wallfahrtsziel bildet die Kaaba, ein fensterloses, quaderförmiges Gebäude im Hof der Hauptmoschee, das nach islamischer Auffassung erstmals vom Propheten Adam erbaut und dann vom Propheten Abraham wiedererbaut wurde.

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