Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat am Donnerstag eine Impfung gegen Affenpocken für Risikogruppen empfohlen.
Die Empfehlung gilt demnach für Menschen, die engen körperlichen Kontakt zu Infizierten hatten, für Personal in Laboren mit ungeschütztem Kontakt zu Proben und für homosexuelle Männer mit wechselnden Partnern. Für die Impfung stehe der in der EU zugelassene Pockenimpfstoff Imvanex zur Verfügung, teilte die Stiko in Berlin mit.
Der Beschlussentwurf der Empfehlung muss nun noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen, ist also noch keine endgültige Empfehlung.
Wer kann sich impfen lassen?
Die Stiko unterteilt in zwei Gruppen. Menschen, die in Kontakt mit Affenpocken-Infizierten gekommen sind, zum Beispiel durch engen körperlichen Kontakt, durch längeren direkten Kontakt (Gespräch) oder durch Kontakt mit kontaminiertem Material (medizinischer Bereich). Diesen Personen steht eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe zur Verfügung. Sie sollten sich innerhalb von bis zu 14 Tagen nach dem Kontakt immunisieren lassen.
Die zweite Gruppe sind Menschen mit erhöhtem Expositionsrisiko, also Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben oder Personal in Speziallaboratorien.
Gibt es genügend Impfstoff?
Nein, aktuell ist der Impfstoff eingeschränkt verfügbar. Deshalb empfiehlt die STIKO, bevorzugt die Postexpositionsprophylaxe anzubieten, Menschen also nach einem Kontakt mit Infizierten zu impfen.
Reicht eine Spritze?
Nein. Für die Grundimmunisierung sollten zwei Impfstoffdosen in einem Abstand von unter 28 Tagen erfolgen. „Bei Personen, die in der Vergangenheit bereits gegen Pocken geimpft wurden, reicht eine einmalige Impfstoffgabe aus“, schreiben die Experten.
Was kann man sonst tun, um Infektionen zu vermeiden?
Kontaktpersonen frühzeitig identifizieren und informieren! Außerdem sollten Infizierte Isolations- und Quarantänemaßnahmen einleiten.
Wie verbreitet sind die Affenpocken bereits?
Bisher sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 1000 Fälle von Affenpocken in Ländern außerhalb Afrikas aufgetreten. Es bestehe die reale Gefahr, dass sich Affenpocken in diesen Ländern festsetzen, in denen das Virus nicht endemisch sei, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dies sei aber vermeidbar.
29 Länder hätten Fälle des aktuellen Affenpocken-Ausbruchs, der im Mai begann, gemeldet.
Affenpocken treten hauptsächlich in West- und Zentralafrika auf und verbreiten sich nur sehr selten in anderen Ländern, was die gegenwärtige Entwicklung ungewöhnlich macht. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge, die meist im Gesicht beginnen und sich auf den Rest des Körpers ausbreiten. Die Krankheit verläuft in der Regel mild.




