Die Zufriedenheit der Menschen in Deutschland mit der Demokratie ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen und rechtsextreme Einstellungen sind zurückgegangen. Das sind zwei Ergebnisse der neuen Ausgabe der „Leipziger Autoritarismus-Studie“.
Die Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen habe im gesamten Bundesgebiet abgenommen, insbesondere aber in Ostdeutschland. Dort fiel sie von rund zehn auf zwei Prozent. Dies sei jedoch nur das halbe Bild, erklärte Studienleiter Decker bei der Vorstellung. Denn Ressentiments gegen als anders Empfundene haben der Studie zufolge zugenommen. Konkret gemeint ist der Hass auf Migrantinnen und Migranten, auf Frauen, Muslime und andere Gruppen. Aussagen von Überfremdung stimmten 40 Prozent der Ostdeutschen und 23 Prozent der Westdeutschen zu.
Im Ganzen ergibt sich für die Leipziger Forscher ein zwiespältiges Bild: Die Corona-Pandemie und Russlands Krieg gegen die Ukraine haben die Zustimmung zur Exekutive und anderen Autoritäten wachsen lassen. Zugleich gewinnen aber auch antidemokratische Motive wie Rassismus und Antifeminismus an Bedeutung.
Die repräsentative Autoritarismus-Studie der Universität Leipzig entsteht in Kooperation mit der Heinrich-Böll- und der Otto Brenner Stiftung. Für die nunmehr elfte Ausgabe wurden zwischen Anfang März und Ende Mai bundesweit gut 2.500 Menschen befragt.
Diese Nachricht wurde am 09.11.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



