Volkszählung

Zahl der Weißen in den USA geht erstmals zurück

13.08.2021
Lesedauer: 3 Minuten
Menschen auf dem Santa Monica Pier in Los Angeles Foto: CAROLINE BREHMAN / EPA

Die Bevölkerung in den Vereinigten Staaten wird vielfältiger. Laut aktuellem Zensus nahm beispielsweise die Zahl der Menschen mit spanischen oder lateinamerikanischen Wurzeln um 23 Prozent zu.

In den USA sind die Ergebnisse des jüngsten Zensus veröffentlicht worden. Demnach ging der Anteil der Weißen an der Gesamtbevölkerung zwischen 2010 und 2020 um 8,6 Prozent zurück – auf rund 204 Millionen Menschen. Mehrere US-Medien schreiben, es sei das erste Mal in der Geschichte des Zensus, dass die Zahl der Weißen im Land gefallen sei.

Nach offiziellen Angaben stellen sie jedoch weiter die größte Bevölkerungsgruppe dar: mit einem Anteil von 61,6 Prozent an der Gesamtbevölkerung von rund 330 Millionen Menschen.

Die Statistiker stellten allerdings fest, dass die US-Bevölkerung deutlich gemischter und vielfältiger sei, als es Zählungen in der Vergangenheit ergeben hätten. Das liege sowohl an demografischen Veränderungen als auch an neuen Erhebungsmethoden.

Weitere Ergebnisse aus der Volkszählung im Überblick:

  • Die Zahl der Menschen mit spanischen oder lateinamerikanischen Wurzeln wuchs in den USA seit 2010 um 23 Prozent auf rund 62 Millionen. Sie machen damit 18,7 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.
    In Kalifornien ist diese Gruppe inzwischen die größte: Die Zahl der Menschen mit spanischen oder lateinamerikanischen Wurzeln in dem Bundesstaat stieg auf 39,4 Prozent, während der Anteil der Weißen im selben Zeitraum auf 34,7 Prozent sank.
  • Der Anteil der Afroamerikaner an der Gesamtbevölkerung liegt bei 12,4 Prozent.
  • Asiatischstämmige Menschen machen sechs Prozent der Bevölkerung aus.

Einen bedeutsamen Sprung machte die Zahl jener, die sich in den USA als Angehörige mehrerer dieser und anderer Bevölkerungsgruppen identifizieren – in verschiedensten Kombinationen. Ihre Gruppe wuchs laut Zensus von 9 Millionen im Jahr 2010 auf 33,8 Millionen im Jahr 2020 – ein Anstieg um 276 Prozent.

Die USA werden älter

Den Ergebnissen zufolge wird die Bevölkerung der USA nicht nur vielfältiger, sondern auch älter. Menschen, die älter als 18 Jahre alt sind, machen demnach mehr als drei Viertel der Gesamtbevölkerung aus – die Zahl sei im Vergleich zu 2010 um 10,1 Prozentpunkte auf nun etwa 258,3 Millionen gestiegen. Die Zahl der Unter-18-Jährigen sank hingegen: von 74,2 Millionen im Jahr 2010 auf nun 73,1 Millionen.

Amerika kennt kein Meldewesen. Deshalb schreibt die Verfassung vor, dass alle zehn Jahre die in Amerika lebenden Menschen gezählt werden müssen. Der erste Zensus fand 1790 statt.

Die Ergebnisse der Volkszählung sind von größter Bedeutung: Jährlich werden mehr als 400 Milliarden Dollar für Kliniken, Schulen, Straßen und andere Infrastruktur nach Maßgabe des Zensus verteilt. Und auch die Wahlbezirke der 435 Abgeordneten im Kongress werden nach jeder Volkszählung neu zugeschnitten – mit dem Ziel, dass jeder eine annähernd gleiche Zahl von Einwohnern vertritt. 

aar/dpa

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