Ungewöhnlicher Ausbruch

Zahl der Affenpocken-Fälle in Deutschland steigt auf über 30

01.06.2022
Lesedauer: 2 Minuten
Diese elektronenmikroskopische Aufnahme aus dem Jahr 2003 zeigt reife, ovale Affenpockenviren (l) und kugelförmige unreife Virionen (r). Foto: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

Knapp zwei Wochen ist es her, dass die erste Affenpocken-Infektion in Deutschland bestätigt worden ist. Das war in München. Seitdem wächst die Zahl der betroffenen Bundesländer.

Im Zuge des ungewöhnlichen Ausbruchs in mehreren Ländern werden auch bei Patienten in Deutschland vermehrt Affenpocken nachgewiesen. Die Zahl der bestätigten und bereits an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Fälle stieg von 21 am Montag auf nun 33, wie das RKI am Dienstag auf seiner Internetseite schrieb. Neben diesen Betroffenen aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt wurde am Dienstag auch noch ein zusätzlicher Fall in Hamburg bekannt.

Ein 32 Jahre alter Mann werde in der Bernhard-Nocht-Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt, sagte Stefan Schmiedel, Oberarzt der Infektiologie, am Dienstag. Der Patient habe ausgeprägten Hautausschlag gehabt und außerdem Fieber wie bei einer Grippe. „Ich gehe davon aus, dass der Patient in Kürze in häusliche Isolierung entlassen werden kann“, sagte Schmiedel. Im Moment handele es sich in Deutschland um Einzelfälle mit engen, oft sexuellen Kontakten. „Bei normalen sozialen Kontakten wurde bisher keine Übertragung nachgewiesen“, sagte Schmiedel.

In Großbritannien bereits 180 Fälle

Wie die britische Gesundheitsbehörde am Montagabend mitgeteilt hatte, ist die Zahl der Fälle in Großbritannien auf bereits knapp 180 angewachsen. Menschen wurden aufgerufen, auf neue Flecken, Blasen oder Geschwüre zu achten und im Zweifelsfall Kontakte einzuschränken.

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Der Erreger wird laut RKI meist durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Symptome verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen.

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) werden Impfkonzepte für Menschen im Umfeld von Infizierten vorbereitet. Der erforderliche Pockenimpfstoff werde in der ersten Juni-Hälfte erwartet.

luk/dpa

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