Gegenwind für Günther auf Fehmarn

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Ostsee klaut“

24.08.2023
Lesedauer: 2 Minuten
MP Daniel Günther im Gespräch mit den Demonstranten Foto: Frank Molter/dpa

Fehmarn – Die ohnehin frische Brise auf der Insel blies Schleswig-Holstein-MP Daniel Günther (50, CDU) gestern eiskalt ins Gesicht!

Hunderte Demonstranten empfingen den Politiker gestern bei dessen Besuch in Burg. Sie wollen den geplanten „Nationalpark Ostsee“ verhindern. Die Aktionsgruppe „Nationalpark: Nicht mit uns“ protestierte lautstark: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Ostsee klaut“.

Die Aktivisten befürchten Einbrüche vor allem beim Tourismus. Wenn Wassersport in einem Nationalpark Ostsee nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich sei, breche eine komplette Wertschöpfungskette zusammen, warnten Vertreter der Aktionsgruppe. Dadurch würden etliche Unternehmen auf der Insel ihre Existenzgrundlage verlieren.

Günther verwies auf einen „ergebnisoffenen Prozess“, es sei noch keine Entscheidung getroffen. Jedoch: „Nicht verhandelbar ist ein besserer Schutz der Ostsee, den wir brauchen. Daraus mache ich keinen Hehl. Wir haben alle ein Interesse an einer intakten Ostsee. Auch die Kritiker sind sich einig, dass man den Zustand verbessern muss.“

Teilnehmer einer Demonstration stehen vor dem Rathaus in Burg
Demonstranten stehen vor dem Rathaus in Burg
Foto: Frank Molter/dpa

Ob das die Fehmarner überzeugt?

Vor Günthers Besuch war die Ablehnung sogar so groß wie acht Fußballfelder (60 mal 300 Meter).

Insel-Bauer Carsten Marquardt (40) hatte die Botschaft „DANIEL, WIR WOLLEN DEINEN NATIONALPARK NICHT!“ in sein Gerstenfeld gearbeitet.

Die Demonstranten betonten, die Wichtigkeit des Meeresschutzes stehe außer Frage. Doch der Naturschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht von einer kleinen Minderheit in Schleswig-Holstein allein gestemmt werden könne. Sie forderten stattdessen eine Stärkung der bestehenden Strukturen und Schutzgebiete und eine wissenschaftliche Überprüfung der Ergebnisse.

Der Nationalpark könnte in bestimmten Bereichen ein Verbot von Fischerei und Wassersport mit sich bringen. Die Bewohner der Insel sind Kummer gewohnt – der geplante Fehmarnbelt-Tunnel sorgt für mehrere Jahre für eine Großbaustelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

11 − eins =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien