Idee von Tübingens OB Palmer

Wiesn nur für Geimpfte – geht das?

28.05.2021
Lesedauer: 2 Minuten
In normalen Jahren kommen 6,8 Millionen Besucher auf das Oktoberfest. Könnten sie in Geimpfte und nicht Geimpfte unterschieden werden, wie Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer vorgeschlagen hat? Foto: Andreas Gebert/dpa

München – Hätte das Oktoberfest doch stattfinden können. Der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer (48) sagte am Mittwoch: „Ich hätte es nicht abgesagt.“ Bis Herbst seien voraussichtlich 70 Prozent der Bevölkerung geimpft. Palmer hätte nur diese zum Oktoberfest zulassen wollen. (BILD berichtete)

Teaser-Bild
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat für Aufsehen gesorgt, als er in der Corona-Krise frühzeitig Öffnungen mit einem Testkonzept erlaubte. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Hat er Recht? Die Münchner zweifeln daran.

Wiesnwirt Michael Käfer (63) sagt zu BILD: „Der Vorstoß von Boris Palmer ist gut, weil somit hoffentlich von der Politik über das Thema Veranstaltungen neu nachgedacht wird.“

Er hält die Absage des Oktoberfestes trotzdem für richtig. „Die Angst vor Corona säße mit am Tisch.“ Außerdem widerstrebt es ihm zwischen Geimpften und nicht Geimpften zu unterscheiden. „Solange es kein Impfangebot für alle gegeben hat, käme ein Fest für Geimpfte einer Zweiklassen-Gesellschaft gleich. Das geht gar nicht. Das ist nicht das Oktoberfest.“

Palmer sprach natürlich von Geimpften in Deutschland. Den Impfstatus von Besuchern aus Europa, Australien, Japan und den USA hatte er nicht im Blick. Martin Hagen gibt deshalb zu bedenken: „Ich glaube, das größte Problem ist, dass die Wiesn ein internationales Event ist mit Millionen von Touristen.“

Der Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (45, CSU) lehnt Palmers Plan rundweg ab. „Diese Ansicht kann nur jemand haben, der keine Ahnung von der Organisation des Oktoberfestes hat“, sagt er zu BILD. „6,8 Millionen Besucher in Geimpfte und nicht Geimpfte zu unterscheiden ist schlicht nicht möglich.“

Selbst, wenn das gelänge, bliebe ein weiteres Problem: „Bei so vielen Impfpass-Fälschungen, wie sie jetzt schon auftauchen, wäre dieses Verfahren grob fahrlässig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024
ARD-Show "Die 100"
26.11.2024
Abstimmung über neue EU-Kommission
27.11.2024

Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

fünf × 2 =

Weitere Artikel aus der gleichen Rubrik

Für Energiekonzern
01.12.2024
EU-Plan gescheitert
29.11.2024

Neueste Kommentare

Trends

Alle Kategorien

Kategorien