Argentinien

Wie Javier Milei das Land aufmischt – und den Westen fasziniert

15.03.2024
Lesedauer: 2 Minuten
Milei will ein marktorientiertes Reformprogramm in Argentinien umsetzen. Bildquelle: Handelsblatt

Der selbst ernannte „Anarchokapitalist“ im Präsidentenamt ist für liberale Ökonomen und Politiker weltweit zum Hoffnungsträger geworden – auch in Deutschland. Zu Recht?

  • Seit seinem Amtseintritt als Präsident vor drei Monaten hat Javier Milei in kurzer Zeit ein komplett neues gesellschaftliches Klima in Argentinien geschaffen.
  • Milei will das Land aus der Krise holen und eine liberale Marktwirtschaft schaffen. Dabei inszeniert sich als Anarcho-Kapitalist.
  • Milei sympathisiert mit Rechtspopulisten wie Trump, warnt vor den Gefahren des Sozialismus, des Feminismus und des Klimaaktivismus.
  • Von einem Teil der Bevölkerung wird er für sein geplantes Sparprogramm gefeiert – und auch in Deutschland gibt es Sympathisanten. Die deutsche Hayek-Gesellschaft will Milei mit der Hayek-Medaille auszeichnen. Warum der Vorsitzende Stefan Kooths den Argentinier als Glücksfall für den Liberalismus bezeichnet, lesen Sie hier.

Am ersten Freitag im März unterbrechen um kurz vor 21 Uhr landesweit alle argentinischen TV-Programme ihr Programm. Die halbe Nation sieht dem Limousinenkonvoi zu, der sich auf das hell erleuchtete Parlamentsgebäude zubewegt. Begleitet werden die Fahrzeuge von berittenen Dragonern. Die Trommeln der Demonstrierenden bilden eine perfekte Klangkulisse für das monarchistische Szenenbild.

Vor dem Eingang des Parlaments steigt als Erstes eine blonde Frau im weißen Kostüm aus: Karina Milei, die jüngere Schwester des Präsidenten. „Der Chef“ nennt Javier Milei sie. Bis vor Kurzem noch verkaufte Karina Torten im Internet und legte Tarotkarten. Dann organisierte sie für ihren Bruder den Wahlkampf. Heute leitet sie das Präsidialamt. Sie soll der einzige Mensch sein, dem Milei vertraut. „Sie ist Moses“, sagt Javier Milei über seine Schwester. „Ich bin nur ihr Verkünder.“

Ihr folgt der etwas kleinere Milei, mit einer weiß-hellblauen Präsidentenschärpe um den fülligen Körper und dem silbernen Präsidentenstab in der Hand. Viel staatliche Symbolik für einen, der den Staat eigentlich verachtet.

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